Beantworten Sie für sich bitte folgende Fragen:
Haben Sie viele dieser Fragen mit Ja beantwortet? Und hoffen Sie, dass alles besser wird, wenn Sie dünner sind? Dann sollten Sie Ihr Verhalten hinterfragen und Hilfe suchen.
Früher galten Essstörungen als „typisch weibliche“ Erkrankung, die nur Mädchen und Frauen betraf. Heute erkranken zwar in zunehmendem Maß auch Jungen und Männer, doch häufiger sind immer noch Mädchen und Frauen davon betroffen.

In der Welt der erfolgreichen Models, Stars und Sternchen wird ein dünner Körper verlangt. Wer das als Maßstab für Schönheit nimmt, ist schnell mit der eigenen Figur unzufrieden. Vor allem dann, wenn Äußerlichkeiten über Glück und Unglück entscheiden. Dabei wandeln sich Schönheitsideale schnell.
Schlank wie das Idol
Die Macht der Gruppe
Risikofaktor: Schlankheitswahn
Gerade im Jugendalter, besonders in der Pubertät, setzen sich vorzugsweise Mädchen und junge Frauen intensiv mit ihrem Körperbild auseinander. Schönheit ist ein wichtiges Thema. Man will aussehen wie die Vorbilder in Mode- und Musikwelt, im Sport, im Film oder in der Werbung. Das Figurideal heißt „schlank“. Wer schlank ist, ist nicht nur schön und attraktiv, sondern auch dynamisch und erfolgreich im Beruf und im Privatleben — so machen es uns die Medien glauben. Die Top-Models zeigen auf dem Laufsteg und im Fernsehen, was schlank sein heißt: Viele sind ultradünn und haben das Gewicht einer Magersüchtigen.
Vor allem Mädchen und Frauen haben den großen Wunsch, schlank zu sein. Sie sind unzufriedener mit dem eigenen Körper und dem Gewicht als Jungen. Der aktuelle Kinder- und Jugendgesundheitssurvey zeigte, dass fast 50 Prozent der normalgewichtigen 11- bis 17-jährigen Mädchen sich als zu dick wahrnehmen, bei den normalgewichtigen Jungen waren es 26 Prozent. Die Unzufriedenheit mit der eigenen Körperform kann Selbstzweifel fördern: „So wie ich bin, bin ich nicht richtig.“
Wenn sich Jugendliche von der Familie ablösen, suchen sie Orientierung bei Gleichaltrigen. Die Meinung der Clique, der Freundinnen und Freunde ist wichtig. Hier wird festgelegt, was „in“ ist und was nicht. Jugendliche wollen dazugehören, so sein wie die anderen. Das spielt bei Kleidung wie Aussehen eine große Rolle.
Wenn nur dünne Mädchen beliebt sind, wird der Druck auf die mit etwas mehr Gewicht groß, vor allem wenn sie sensibel und wenig selbstbewusst sind. Sich ständig mit den erfolgreichen Schlanken der Gruppe zu vergleichen, kann ein negatives Körperselbstbild verstärken. So können Bemerkungen der Gruppe über Figur und Gewicht dazu führen, sich um das Gewicht Sorgen zu machen, sich auch mit Normalgewicht als zu dick zu fühlen.
Das geltende Ideal der ultraschlanken Figur, wie in die Mode-, Film- und Werbebranche vorgeführt, kann verbunden mit Diäten oder unkontrolliertem Essverhalten das Selbstwertgefühl verunsichern und so die Entstehung von Essstörungen beeinflussen. Die Ursachen der Essstörung liegen jedoch tiefer, im persönlichen, familiären, sozialen und biologischen Bereich. Viele Faktoren kommen zusammen, wenn ein Mensch eine Essstörung entwickelt.