Essstörungen - zur Startseite
Sie sind hier:
Kontrast: Starker Kontrast, schwarz-weiss Farbversion
Rat und Hilfe

Wie häufig kommt Binge Eating vor?

Wie häufig kommt Binge Eating vor?

Etwa ein bis drei Prozent der Bevölkerung sind von Binge Eating betroffen. Von 100 Menschen mit Übergewicht, die abnehmen wollen und deshalb eine Arztpraxis aufsuchen, haben 15 bis 30 eine Binge-Eating-Störung.

In welchem Alter tritt die Binge-Eating-Störung auf?

In welchem Alter tritt die Binge-Eating-Störung auf?

Essstörungen können in jedem Alter auftreten. Die Binge-Eating-Störung tritt meist im frühen Erwachsenenalter oder um die Lebensmitte das erste Mal auf.
Auch Kinder können schon unter Essanfällen leiden. Das volle Krankheitsbild der Binge-Eating-Störung ist bei ihnen jedoch selten.

Weitere Fragen hier

Das Krankheitsbild

„Binge“ ist englisch, heißt Gelage, Orgie oder bedeutet auch „sich mit etwas voll stopfen“, hinein schlingen oder herunter kippen. Essen steht für Menschen mit einer Binge-Eating-Störung im Mittelpunkt.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterEssanfälle ohne Gegenmaßnahmen
Öffnet internen Link im aktuellen FensterEssen im Mittelpunkt

Öffnet internen Link im aktuellen FensterWenig Bewegung

Essanfälle ohne Gegenmaßnahmen

Die Binge-Eating-Störung ist die Essstörung, die noch am wenigsten erforscht ist. Bei den charakteristischen Essanfällen werden viel zu große Portionen auffallend schnell herunter geschlungen. Im Gegensatz zur Bulimie ergreifen Menschen, die an dieser Essstörung leiden, aber keine Gegenmaßnahmen: Die Betroffenen erbrechen danach nicht und nehmen auch keine Abführmittel oder andere Medikamente ein, um das Gewicht zu halten. Sie machen den Anfall weder durch extreme Diäten noch durch sehr viel Sport „ungeschehen“. Da während des Essanfalls sehr viele Kalorien aufgenommen werden, ist das Risiko groß, dass Menschen mit Binge-Eating-Störung übergewichtig werden.

Ein notwendiges Kennzeichen für die Krankheit ist das Übergewicht aber nicht: Binge Eating kann auch bei Menschen mit Normalgewicht auftreten, und nicht jeder, der Übergewicht hat, leidet automatisch an dieser Essstörung.

Schwierig ist es, das Ausmaß der Essattacke zu beurteilen. Viele Betroffene berichten, dass ihr Essanfall nicht zeitlich begrenzt sei. Sie äßen einfach ständig. Andere essen vor allem nachts. Die Essanfälle finden dann vor dem Schlafengehen statt, oder die Betroffenen stehen nachts auf, um zu essen. Bei Erwachsenen finden die Essanfälle typischerweise heimlich statt.

Essen im Mittelpunkt

Menschen, die an einer Binge-Eating-Störung leiden, sind auf das Essen fixiert. Während des Essanfalls haben sie das Gefühl, keine Kontrolle mehr über das Essen zu haben. Sie essen, ohne hungrig zu sein, und essen weiter, auch wenn sie eigentlich satt sein müssten. Sie schämen sich für die Anfälle, fühlen sich schuldig, verachten sich und lehnen ihren Körper ab. Sie leiden sehr unter den Essanfällen. Zwischen den Essanfällen essen sie mal sehr kontrolliert, dann wieder unkontrolliert.

Kinder im Kindergarten- oder Grundschulalter, die Essanfälle haben, erleben – im Gegensatz zu betroffenen Erwachsenen – den Kontrollverlust nicht und können ihn nicht beschreiben. Scham oder Schuld für ihr Verhalten empfinden sie ebenso kaum.

Wenig Bewegung

Typisch für Menschen mit einer Binge-Eating-Störung ist, dass sie häufig wenig körperlich aktiv sind. In ihrer Freizeit bewegen sie sich wenig, sehen lieber fern, spielen Computer oder gehen andern bewegungsarmen Hobbys und Freizeitbeschäftigungen nach. Allerdings kann dies auch auf das Übergewicht zurückzuführen sein. Bewegung fällt schwerer, wenn mehr Kilos zu bewegen sind.