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Rat und Hilfe

Fütterstörungen – wie viele und welche Kinder sind häufig betroffen?

Fütterstörungen – wie viele und welche Kinder sind häufig betroffen?

Statistisch betrachtet weisen ca. 15 bis 20 Prozent aller Kinder leichte bis mittelschwere, 3 bis 7 Prozent schwere Fütterstörungen auf. Noch häufiger sind Kinder mit schweren Entwicklungs- oder Stoffwechselstörungen sowie Frühgeborene davon betroffen.

3 bis 4 Prozent der Fälle weisen gleichzeitig eine Gedeihstörung auf, das heißt das Kind verliert an Gewicht oder nimmt unzureichend zu. Oft kommt es auch zu einer Wachstumsverzögerung.

Ist das schlechte Essverhalten meines Kindes eine Phase, die vorübergeht, oder muss ich mir ernsthafte Sorgen machen und mir Hilfe holen?

Ist das schlechte Essverhalten meines Kindes eine Phase, die vorübergeht, oder muss ich mir ernsthafte Sorgen machen und mir Hilfe holen?

Schwere Fütterstörungen sind eher selten. Dennoch sollte Sie Ihr Kind gut beobachten. Wenn Sie die Situation länger als einen Monat als sehr belastend und problematisch empfinden und Ihr Kind über diesen Zeitraum wenig zunimmt oder an Gewicht verliert, sollten Sie auf alle Fälle die Kinderärztin oder den Kinderarzt zu Rate ziehen. Das gleiche gilt, wenn Ihr Kind regelmäßig die Mahlzeiten aufstößt oder erbricht.

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Kennzeichen in Kürze

Man unterscheidet zwischen den Fütterstörungen von Säuglingen und denen im Kleinkindalter. Jede hat ihre eigenen Kennzeichen.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterTypisch für Fütterstörungen bei Säuglingen
Öffnet internen Link im aktuellen FensterTypisch für Fütterstörungen im Kleinkindalter
Öffnet internen Link im aktuellen FensterDas sollten Sie noch wissen

Typisch für Fütterstörungen bei Säuglingen

  • Saug- und Trinkschwäche
  • Stillen nur im Halbschlaf des Kindes möglich
  • Füttern nur mit Druck oder Ablenkung möglich
  • Das Kind ist beim Füttern schnell müde und erschöpft
  • Tägliches Erbrechen oder Würgen
  • Kein erkennbarer Appetit
  • Schluck- oder Kauprobleme (Ausspucken oder Sammeln der Nahrung im Mund)
  • Abstillprobleme
  • Essensverweigerung von Breien oder fester Nahrung mit/ohne angstgestörter Abwehr
  • Durchschnittliche Dauer einzelner Fütterungen mehr als 45 Minuten und oder Abstand zwischen den Mahlzeiten weniger als 2 Stunden.

Typisch für Fütterstörungen im Kleinkindalter

  • Geringer Appetit bei großem und kontinuierlichem Nahrungsangebot
  • Verweigerung jeglicher Nahrung
  • Bevorzugung breiiger Kost
  • Extrem wählerische Lebensmittelauswahl (meist nicht dem Alter entsprechend)
  • Essen nur mit Ablenkung oder beim Herumlaufen und Spielen
  • Aufzeigen eines von den Eltern als provokativ empfundenen Essverhaltens
  • Gewichtsverlust; das Gewicht kann aber auch im Normalbereich liegen.

Das sollten Sie noch wissen

Fütterprobleme können auch organische Ursachen haben wie zum Beispiel chronische Erkrankungen, Lebensmittelallergien oder Störungen der Appetitregulation. Lassen Sie dies von ihrer Ärztin oder ihrem Arzt abklären.

Bei sehr großer psychischer Belastung der Eltern und stark gestörter Eltern-Kind-Beziehung ist eine Behandlung in einem interdisziplinären Therapiekonzept empfehlenswert. Geeignete Beratungsstellen, Praxen und Kliniken finden Sie Öffnet internen Link im aktuellen Fensterhier.