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Rat und Hilfe

Häufig gestellte Fragen

Was kann ich tun, um Essstörungen frühzeitig zu erkennen?

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Beobachten Sie Ihr Kind, Ihren Schützling oder sich selbst. Achten Sie auf folgende Warnzeichen:
- das Gefühl, zu dick zu sein – trotz Gewichtsverlustes bis hin zum Untergewicht,
- auffällige Rituale wie ein extrem langes Kauen oder eine übertriebene Zerkleinerung des Essens,
- Hunger wird trotz strenger Diät verleugnet,
- übertriebener Sport, sogar bei Verletzung oder Krankheit,
- zwanghaftes Verhalten – z. B. werden Nahrungsmittel in „gut“ und „schlecht“ eingeteilt,
- Erbrechen nach dem Essen oder ein regelmäßiger Rückzug ins Bad,
- Heißhungeranfälle, heimliches Essen, Stehlen von Essen.

Was sollten Eltern und Menschen aus dem Freundeskreis beachten, um Essstörungen nicht zu verschlimmern?

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Allgemein gilt: Wer helfen will, muss zuerst Vertrauen aufbauen! Vermeiden Sie Kritik am Essverhalten und der Figur. Versuchen Sie, die Persönlichkeit stets als Ganzes wahrzunehmen. Der bzw. die Betroffene sollte nicht das Gefühl haben, nur aufgrund seiner Erkrankung beachtet zu werden. Denn so entsteht keine Motivation, sich helfen zu lassen.
Gehen Sie möglichst frühzeitig in eine ärztliche Praxis. Der Grund: Starker Gewichtsverlust kann auch organische Ursachen haben, z. B. eine Fehlfunktion der Schilddrüse.
Auch Psychotherapeutinnen bzw. Psychotherapeuten können Betroffenen helfen.
Suchen Sie Fachleute auf, die bereits Erfahrung bei der Behandlung von Essstörungen haben.
Auf keinen Fall sollten Sie versuchen, die Betroffenen selbst zu therapieren. Sie geraten dabei immer in einen Rollenkonflikt. Üben Sie bei Hinweisen auf eine mögliche Essstörung weder Druck noch Zwang aus. Machen Sie aber deutlich, dass Sie das auffällige Essverhalten als Problem wahrnehmen.
Versuchen Sie, die eigene Motivation der Betroffenen zu stärken, sich professionelle Hilfe zu suchen. Machen Sie Vorschläge. Überlassen Sie Ihrem Kind die Wahl der Ärztin oder des Arztes. Volljährige sollten selbst entscheiden, ob sie alleine oder in Begleitung in die ärztliche Praxis gehen wollen.
Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass Sie als Eltern auf die Einschätzung von Fachleuten angewiesen sind. Besonders dann, wenn der Gewichtsverlust sehr stark ist oder Komplikationen auftreten wie Kreislaufprobleme oder unregelmäßige Monatsblutungen.

Was kann ich tun, um Essstörungen vorzubeugen?

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Achten Sie auf Warnzeichen. Starke Gewichtsverluste und -schwankungen oder das Erbrechen nach dem Essen können auf eine Essstörung hindeuten. Wer die Signale frühzeitig erkennt, kann eine Erkrankung verhindern oder lindern. Besonders wichtig ist ein möglichst frühzeitiger Besuch einer ärztlichen oder psychotherapeutischen Praxis. Dies verbessert die Heilungs-Chancen erheblich.
Für Freundinnen, Freunde und Angehörige gilt: Versuchen Sie nicht, die Betroffenen zu therapieren, sondern bieten Sie Ihre Unterstützung an. Dabei geht es nicht nur um das „Problem Essstörung“. Behalten Sie immer den ganzen Menschen im Blick. Bauen Sie zuerst Vertrauen auf und signalisieren Sie dann ihre Sorge.
Vor allem für Schulen gibt es mittlerweile Programme, um Essstörungen vorzubeugen. Hinweise zu Anbietern finden Sie Öffnet internen Link im aktuellen Fensterhier.

Welche Therapien sind für Kinder und Jugendliche mit Übergewicht geeignet?

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Zunächst sollte in einer kinder- und jugendärtzlichen Praxis untersucht werden, ob das Kind tatsächlich übergewichtig ist. Hat die Ärztin oder der Arzt empfohlen, abzunehmen, sollte ein Therapieprogramm, das speziell für übergewichtige Kinder und Jugendliche entwickelt wurde, besucht werden. Solche Programme helfen, das Gewicht auf gesunde Weise zu normalisieren, ohne dass dabei Erkrankungen oder Essstörungen entstehen. Die Betroffenen sowie ihre Familien lernen dort, sich dauerhaft ausgewogen und gesund zu ernähren sowie regelmäßig zu bewegen.
Strenge kalorienreduzierte Diäten, Medikamente oder Operationen zur Gewichtsreduktion sind für Kinder nicht geeignet.
Hilfe bei der Beurteilung von Therapiemaßnahmen für übergewichtige Kinder und Jugendliche bekommten sie auf der Internetseite Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.bzga-kinderuebergewicht.de.

 

Wo finde ich Adressen von Beratungsstellen für Säuglinge und Kleinkinder mit Fütter- bzw. Essstörungen?

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Erste Anlaufstelle hierfür ist die zuständige Kinder- und Jugendärztin bzw. der zuständige Kinder- und Jugendarzt (www.dgkj.de und Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.kinderaerzte-im-netz.de). Auch Ärztinnen und Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie bieten Hilfe an.
Die Fütterstörung ist keine klassische Essstörung. Sie gehört zu den frühkindlichen Regulationsstörungen. Die Ursachen sind organisch oder seelisch. Oft treten mehrere Störungen gleichzeitig auf. So haben Kinder mit Fütterstörungen oft auch Gedeih-, Schlaf- oder Schreiprobleme. An Kliniken, Arztpraxen, Erziehungsberatungsstellen oder Gesundheitsämter angegliederte „Schreiambulanzen“ bzw. Beratungsstellen für Kinder im Alter von 0 – 3 Jahren bieten hierbei entsprechende Angebote an.
Ein deutschlandweites Adressverzeichnis für Beratungsstellen, die bei Regulationsstörungen von Kindern helfen, finden Sie im Online-Angebot der BZgA (Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.kindergesundheit-info.de).

Reicht es, wenn ein Elternteil bei der Beratung/Therapie dabei ist?

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Auch wenn das Füttern in vielen Fällen von den Müttern übernommen wird, ist es sinnvoll, bei einer Beratung die gesamte Familie einzubeziehen. In einigen Fällen kann die Ursache für die Fütterstörung in einer belasteten Elternbeziehung liegen. Eine Behandlung in einem interdisziplinären Therapiekonzept für beide Eltern und das Kind ist dann angeraten.

Ist das schlechte Essverhalten meines Kindes eine Phase, die vorübergeht, oder muss ich mir ernsthafte Sorgen machen und mir Hilfe holen?

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Schwere Fütterstörungen sind eher selten. Dennoch sollte Sie Ihr Kind gut beobachten. Wenn Sie die Situation länger als einen Monat als sehr belastend und problematisch empfinden und Ihr Kind über diesen Zeitraum wenig zunimmt oder an Gewicht verliert, sollten Sie auf alle Fälle die Kinderärztin oder den Kinderarzt zu Rate ziehen. Das gleiche gilt, wenn Ihr Kind regelmäßig die Mahlzeiten aufstößt oder erbricht.

Unser Kind isst nur, wenn es durch Spielen oder Bilderbücher abgelenkt wird. Was sollen wir tun?

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Dieses Verhalten kann ein Zeichen für eine Fütterungsstörung im Kleinkindalter sein. Trennen Sie die Bereiche Essen und Spielen konsequent voneinander. Essen gibt es nur, wenn das Kind auf seinem Platz sitzt. Räumen sie die Spielzeuge zu diesem Zeitpunkt weg. Vorteilhaft ist es, wenn ihr Kind das Spielzeug nicht im Blickfeld hat.  Das Essen sollte nicht zum Machtkampf zwischen Ihnen und Ihrem Kind werden. Holen Sie sich notfalls Hilfe und Beratung.

Mein Kind hat große Schwierigkeiten bei der Umstellung von Sondenernährung auf normale Kost? Was kann ich tun?

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Bei der Umstellung von Sondenernährung auf normale Kost kann es zur Entwicklung von Fütter- bzw. Essstörungen kommen. Sie sollten sich daher möglichst professionell beraten lassen, wie eine Umstellung durchgeführt werden sollte. Geeignete Beratungsstellen, Praxen und Kliniken finden Sie im „Adressverzeichnis: Beratung, Selbsthilfe, Therapie bei Essstörungen“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Fütterstörungen – wie viele und welche Kinder sind häufig betroffen?

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Statistisch betrachtet weisen ca. 15 bis 20 Prozent aller Kinder leichte bis mittelschwere, 3 bis 7 Prozent schwere Fütterstörungen auf. Noch häufiger sind Kinder mit schweren Entwicklungs- oder Stoffwechselstörungen sowie Frühgeborene davon betroffen.
3 bis 4 Prozent der Fälle weisen gleichzeitig eine Gedeihstörung auf, das heißt das Kind verliert an Gewicht oder nimmt unzureichend zu. Oft kommt es auch zu einer Wachstumsverzögerung.

Mein Baby isst im Vergleich zu anderen Kindern sehr wenig und zeigt wenig Appetit. Ich mache mir große Sorgen, ob es genügend isst.

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Die Nahrungsmenge ist von Kind zu Kind und von Tag zu Tag verschieden. Lassen Sie sich von den Essgewohnheiten anderer Kinder nicht irritieren. Solange Ihr Baby gesund und aktiv ist, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Sollten Sie dennoch beunruhigt sein, dann suchen Sie Ihre Kinderarztpraxis auf.

Mein 9 Monate altes Kind weigert sich, Brei zu essen. Was kann ich tun?

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Sie brauchen jetzt vor allem viel Geduld. Der Übergang vom Stillen bzw. der Flaschenernährung zur Beikost ist oft mit Schwierigkeiten verbunden. Wichtig ist, Ihrem Kind Zeit zu lassen und keinen Druck auszuüben. Ist die Nahrungsumstellung über mehrere Wochen problematisch, sollten Sie unbedingt Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt hinzuziehen.

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