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Rat und Hilfe

Was ist eine Beratung? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Was leistet die Selbsthilfe? Auf diese und viele andere Fragen bekommen Sie hier Antworten. Außerdem können Sie Rat und Hilfe in Ihrer Nähe suchen: zur Suche

Häufig gestellte Fragen

Wann besteht eine akute Gesundheitsgefahr?

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Eine akute Gesundheitsgefahr besteht unter anderem bei:
- gleichzeitiger Drogen-, Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit
- rapidem Abfall des Gewichtes
- akuten körperlichen Folgeerscheinungen (schwere Herz-Kreislauf-Störungen)
- schweren Depressionen und Psychosen
- Selbstmordgefahr.

Ist die Beratung per Internet kostenfrei?

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Die Beratung über das Internet ist zum Teil kostenpflichtig. Sie sollten sich vorher über die Kosten beim jeweiligen Anbieter genau informieren. Bei Onlineberatungen von gemeinnützigen Organisationen wie Beratungsstellen fallen lediglich die Gebühren für  die Strom- und Internnetnutzung an. Bei kommerziellen Anbietern werden zusätzlich Kosten für die Beratung berechnet.

Ist die Telefonberatung der BZgA kostenlos?

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Ja, es fallen aber die üblichen Telefonkosten an.

Nutzen auch Männer das Beratungstelefon der BZgA?

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Obwohl die Zahl im Vergleich zu den Frauen eher gering ist, steigt die Anzahl der Rat suchenden Männer in den letzten Jahren an.

Beantwortet die Telefonberatung der BZgA auch Fragen von Eltern und dem Freundeskreis?

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Ja, das Beratungstelefon ist auch für Angehörige, Freundinnen und Freunde da. Die Beraterinnen und Berater helfen dabei, die Situation einzuschätzen. Gemeinsam mit der Anruferin oder dem Anrufer überlegen sie, was als Nächstes zu tun ist. Außerdem vermitteln sie Adressen von Beratungsstellen, Kliniken und anderen Anlaufstellen.

Kann ich mit der gleichen Fachkraft am BZgA-Beratungstelefon noch einmal sprechen, wenn ich eine Nachfrage habe?

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Die Beraterinnen und Berater melden sich am Telefon mit ihrem Namen. Möchten Sie mit einer bestimmten Person noch einmal sprechen, können Sie gerne beim nächsten Telefonat nach ihr fragen.

Welche Qualifikationen haben die Telefonberaterinnen und -berater der BZgA?

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Das Team besteht aus Medizinerinnen und Medizinern, Diplom-Pädagoginnen und Diplom-Pädagogen, Diplom-Psychologinnen und Diplom-Psychologen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern sowie Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen. Während der Sprechstunden beantworten jeweils ein bis drei Fachkräfte die Fragen.
Sie werden regelmäßig fortgebildet – sowohl zur Beratungsarbeit am Telefon als auch zu den Inhalten. Darüber hinaus finden regelmäßig Teamsitzungen statt. Die Beraterinnen und Berater besprechen die Fälle und werten die Fachpresse aus.
All das sorgt für eine hohe Qualität der Beratung.

Bieten die Beratungsstellen auch außerhalb ihrer Einrichtungen zu diesem Thema etwas an?

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Einige Einrichtungen bieten Öffnet internen Link im aktuellen FensterFortbildungsmaßnahmen für Fachleute und/oder Öffnet internen Link im aktuellen FensterPräventionsprojekte für Schulen und andere Interessierte an. Das Angebot reicht von kleineren Vorträgen bis hin zu mehrtägigen Seminaren.

Bietet jede Beratungsstelle auch Beratungen für Kinder und Jugendliche an?

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Nein, es gibt auch Beratungsstellen, die nur Erwachsene beraten. Die Beratungsstellen geben Ihnen aber gerne Auskunft darüber, welche Einrichtung in Ihrer Nähe auch für Kinder und Jugendliche da ist.

Wo finde ich Adressen von Beratungsstellen für Säuglinge und Kleinkinder mit Fütter- bzw. Essstörungen?

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Erste Anlaufstelle hierfür ist die zuständige Kinder- und Jugendärztin bzw. der zuständige Kinder- und Jugendarzt (www.dgkj.de und Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.kinderaerzte-im-netz.de). Auch Ärztinnen und Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie bieten Hilfe an.
Die Fütterstörung ist keine klassische Essstörung. Sie gehört zu den frühkindlichen Regulationsstörungen. Die Ursachen sind organisch oder seelisch. Oft treten mehrere Störungen gleichzeitig auf. So haben Kinder mit Fütterstörungen oft auch Gedeih-, Schlaf- oder Schreiprobleme. An Kliniken, Arztpraxen, Erziehungsberatungsstellen oder Gesundheitsämter angegliederte „Schreiambulanzen“ bzw. Beratungsstellen für Kinder im Alter von 0 – 3 Jahren bieten hierbei entsprechende Angebote an.
Ein deutschlandweites Adressverzeichnis für Beratungsstellen, die bei Regulationsstörungen von Kindern helfen, finden Sie im Online-Angebot der BZgA (Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.kindergesundheit-info.de).

Wo finde ich als Mann eine ambulante, Online- oder Telefonberatung?

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Viele Beratungsstellen sind für Männer und Frauen gleichermaßen da. Es gibt aber Ausnahmen. Frauenberatungsstellen und Mädchenhäuser zum Beispiel sind speziell auf weibliche Betroffene ausgerichtet.
Fragen Sie direkt beim ersten Kontakt mit der Beratungsstelle nach Angeboten für Männer.
Darüber hinaus können Sie das Öffnet internen Link im aktuellen Fensteranonyme Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nutzen. Die Mitarbeiter beantworten ihre Fragen rund um das Thema Essstörungen.

Können sich auch adipöse Menschen beraten lassen?

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Die Beratungseinrichtungen auf dieser Internetseite überprüfen in der Regel, ob ein von Adipositas Betroffener oder eine Betroffene an Essstörungen leidet. Wenn Adipositas mit Essstörungen einhergeht, kann die Beratung in einer der aufgeführten Stellen erfolgen.
Adipositas ohne Essstörungen erfordert eine Adipositastherapie. Erwachsene finden dazu Informationen bei der Deutschen Adipositasgesellschaft (www.adipositas-gesellschaft.de). Informationen über Adipositas bei Kindern und Jugendlichen hält die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (www.a-g-a.de) bereit. Eine Liste der Therapieeinrichtungen bei Adipositas gibt es auf der Internetseite der BZgA: www.bzga-kinderuebergewicht.de.

Sind die Beratungen kostenlos?

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In einigen Fällen muss man für die Beratung bezahlen. Dies hängt ab von der Beratungsstelle und der konkreten Leistung.
Betroffene sollten sich vorab über die Kosten informieren. Außerdem können sie bei der Krankenkasse nach einer Kostenerstattung fragen.

Wie erfahre ich, welche Einrichtung in meiner Nähe eine ambulante, Online- oder Telefonberatung anbietet?

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Mithilfe der Öffnet internen Link im aktuellen FensterSuchfunktion dieses Online-Angebotes können Sie sich über Beratungseinrichtungen in Ihrer Nähe informieren. Wenn Sie die einzelnen Beratungsstellen aufrufen, erfahren Sie, welche Beratungsarten angeboten werden. Oder besuchen Sie die Internetseiten des jeweiligen Trägers. Jeder Träger ermöglicht Ihnen die Suche nach seinem Beratungsstellenangebot.
Weitere Informationsquellen für Adressen von Beratungsstellen sind:

  • Kliniken
  • Ärztinnen/Ärzte und Therapeutinnen/Therapeuten
  • Lehrerinnen/Lehrer
  • Kinder- und Jugend-, Mädchen-, Frauen- oder Suchttelefon
  • Telefonbücher oder Internetsuchmaschinen
  • Stadtzeitungen und Bücher zum Thema

Bleibt meine Anonymität bei der Beratung gewahrt?

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Ja, wenn Sie das möchten. Weder im persönlichen Beratungsgespräch noch am Telefon oder bei der Online-Beratung müssen Sie Ihren Namen nennen.
Minderjährige sollten ihre Eltern in die Beratung einbinden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden Sie darauf ansprechen. Aber auch bei Volljährigen ist es häufig sinnvoll, die Eltern einzubeziehen.
Lehrkräfte, Vertrauenslehrerinnen und Vertrauenslehrer sind dazu verpflichtet, die Eltern über alle wesentlichen Angelegenheiten der Kinder zu informieren. Falls Kinder und Jugendliche sich einer Lehrerin oder einem Lehrer anvertrauen, sollten sie besprechen, wie sie die Eltern einbeziehen wollen und können.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Behandlung

Ich habe den Eindruck, dass eine mir nahe stehende Person eine Essstörung hat. Welche Behandlung soll ich ihr empfehlen?

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Zunächst können Sie sich innerhalb dieses Online-Angebotes über die Ursachen und Symptome jeder einzelnen Essstörung wie auch über Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten informieren. Sie sollten Ihre Sorgen auf jeden Fall ernst nehmen. Doch ob tatsächlich eine Essstörung (Magersucht, Bulimie oder Binge-Eating-Störung) vorliegt, und welche Behandlung möglicherweise ratsam oder notwendig ist, kann nur von Fachleuten (Beratungsstellen, Ärzte, Ärztinnen) individuell festgestellt werden. Grundvoraussetzung dafür ist, dass die Person selber eine Behandlung will und bereit ist, sich Unterstützung zu holen. Empfehlenswert wäre es, wenn die Person als erstes ein Gespräch mit einer Beratungsstelle für Essstörungen oder einem Arzt bzw. einer Ärztin führen würde.
Darüber hinaus steht Ihnen und der betroffenen Person das anonyme Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für Fragen rund um Essstörungen, insbesondere in akuten Fällen zur Verfügung. Hier erhalten sie eine Erstberatung sowie Adressen, an die sie sich wenden können.

Beratungstelefon der BZgA:
0221–89 20 31
MO–FR 10.00–22.00 Uhr
FR–SO 10.00–18.00 Uhr (auch an Feiertagen)

Was kann ich tun, wenn meine Tochter/Freundin bzw. Sohn/Freund eine Essstörung hat, aber nicht bereit ist, eine Therapie zu machen?

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Lassen Sie sich in einer Beratungsstelle mit dem Schwerpunkt Essstörungen oder einer psychosomatischen Ambulanz beraten. Hier bekommen Sie Tipps. Sie erfahren, wie Sie sich verhalten sollten und wie sie die betroffene Person zu einer Therapie bewegen können. Denn Überredungskünste oder gar Zwang helfen nicht weiter.
Dort erfahren Sie auch, wann ein körperlicher Zustand lebensbedrohlich ist und ein sofortiges Handeln erforderlich wird.

 

Wie finde ich heraus, welche Behandlungsmethode Therapieeinrichtungen bzw. Psychologinnen oder Psychologen vertreten

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Erste Informationen über spezialisierte Kliniken erhalten Sie über

- Hausärztinnen oder Hausärzte,
- Kinder- und Jugendärztinnen oder Kinder- und Jugendärzte,
- Ärztinnen und Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
- Therapeutinnen und Therapeuten,
- Beratungsstellen für Essstörungen,
- Krankenkassen oder
- Internetseiten der Kliniken.
- Ausführliche Informationen bekommen Sie telefonisch oder bei einem Beratungsgespräch vor Ort.

Niedergelassene Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten informieren im Internet über ihre jeweilige Therapierichtung.
Darüber hinaus genehmigen die gesetzlichen Krankenkassen bis zu fünf Probesitzungen. Diese werden auf Krankenschein abgerechnet. Die Probesitzungen sollen klären, ob eine Psychotherapie überhaupt sinnvoll ist und ob die Patientin bzw. der Patient und die Therapeutin bzw. der Therapeut zueinander passen.
Bei niedergelassenen Therapeutinnen und Therapeuten müssen Sie mitunter mit langen Wartezeiten rechnen.
Beratungsstellen mit ambulanten Angeboten informieren per Telefon, im Beratungsgespräch oder bei Informationsveranstaltungen über ihr Therapieangebot. Auch hier sind Probesitzungen möglich

Kann eine Ärztin oder ein Arzt einen Patienten oder eine Patientin gegen seinen bzw. ihren Willen in eine Klinik einweisen, wenn sie oder er magersüchtig ist?

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Ärztinnen und Ärzte können einen Betroffenen einweisen, wenn z. B. akute Lebensgefahr besteht oder schwere gesundheitliche Schäden drohen.
Wenn Eltern ihr minderjähriges Kind gegen dessen Willen einweisen wollen, müssen sie einen Antrag beim Familiengericht stellen. Zusätzlich benötigen sie eine ärztliche Stellungnahme dazu, wie gefährlich der Zustand ist. Dies ist eine gesetzliche Vorraussetzung nach § 1631 B des Bürgerlichen Gesetzbuchs.
In vielen Fällen lohnt sich ein Vorgespräch mit dem Jugendlichen in der Klinik. Es kann vermeiden, dass der oder die Betroffene gegen den eigenen Willen ins Krankenhaus muss.

Wer berät mich bei der Auswahl einer Klinik?

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Geeignete Klinken empfehlen neben Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten auch die Krankenkassen und Beratungsstellen für Essstörungen.

Wann besteht eine akute Gesundheitsgefahr?

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Eine akute Gesundheitsgefahr besteht unter anderem bei:
- gleichzeitiger Drogen-, Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit
- rapidem Abfall des Gewichtes
- akuten körperlichen Folgeerscheinungen (schwere Herz-Kreislauf-Störungen)
- schweren Depressionen und Psychosen
- Selbstmordgefahr.

Kann ich mir selber eine Klink aussuchen?

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Grundsätzlich Ja. Krankenkassen und Rentenversicherungsträger arbeiten jedoch häufig mit bestimmten Kliniken zusammen und bevorzugen diese. Bei der Entscheidung spielt auch die Empfehlung der Ärztin oder des Arztes sowie der Therapeutin oder des Therapeuten eine Rolle.
Bei Privatkliniken steht Ihnen die Wahl frei, wenn Sie die Kosten selber übernehmen. Gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin sollten Sie im Antragsschreiben möglichst gut begründen, warum die Wunschklinik genau zu Ihnen passt. Die Klinken entscheiden selbst, ob die oder der Betroffene ausreichend motiviert ist und in die Klinik passt.

Kann auch außerhalb der eigenen Stadt, dem eigenen Bundesland eine stationäre Therapie gemacht werden?

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Grundsätzlich ist das möglich. Für einige Patientinnen und Patienten kann es besonders hilfreich sein, die Therapie außerhalb des täglichen Lebensumfelds zu machen.
Allgemein ist es sinnvoll, psychosomatische Einrichtungen aufzusuchen. Das sind Einrichtungen, in denen besonders auf den Zusammenhang zwischen seelisch-geistigen und körperlichen Beschwerden geachtet wird.

Sollte eine Essstörung auf jeden Fall behandelt werden?

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Ja. Da es sich bei einer Essstörung wie Magersucht oder Bulimie um eine auf Dauer gesundheits- und möglicherweise lebensbedrohliche psychische Erkrankung handelt, aus der die Betroffenen ohne professionelle Hilfe nicht herausfinden können, sind eine psychotherapeutische und weitere begleitende Behandlungen auf jeden Fall notwendig. Für Eltern und Angehörige ist es unmöglich, alleine, d. h. ohne professionelle Unterstützung, eine Heilung zu erzielen.

Wie werden Essstörungen behandelt?

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Bei der Behandlung arbeiten Fachleute aus den Bereichen Medizin, Ernährungstherapie sowie Psychotherapie zusammen. Dabei berücksichtigen sie die unterschiedlichen, oft sehr individuellen Ursachen für die Essstörung.
In der Regel legt ein therapeutisches Team gemeinsam Ziele und Behandlungsmöglichkeiten fest.
Die Behandlung umfasst fünf wesentliche Punkte:
- Gewichtszunahme und die Behandlung körperlicher Komplikationen,
- Ernährungsberatung und Therapie,
- Individuelle Psychotherapie,
- Elternberatung und/oder Familientherapie,
- Behandlung von Störungen, die zusätzlich im Verlauf der Essstörung aufgetreten sind.

Wie lange dauert die Behandlung einer Essstörung?

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Ein Klinikaufenthalt kann zwischen drei Wochen und sechs Monaten dauern.
Die Dauer einer ambulanten Therapie legen die Therapeutin bzw. der Therapeut und die Patientin bzw. der Patient gemeinsam fest. Die Krankenkassen genehmigen in der Regel 25 Sitzungen. Der oder die Betroffene kann jedoch auch eine Verlängerung oder eine von vornherein höhere Stundenzahl beantragen. Bei einer Psychoanalyse zum Beispiel sind womöglich mehr Stunden nötig.
Bei einer Behandlung von Kindern oder Jugendlichen durch eine Kinder- und Jugendpsychotherapeutin oder einen Kinder- und Jugendpsychotherapeuten gelten andere Rahmenbedingungen. Informieren Sie sich vorab bei dem Therapeuten bzw. der Therapeutin oder bei einer Beratungsstelle über die Möglichkeiten.

Ist eine Ernährungsberatung als Behandlungsmethode geeignet?

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Eine Ernährungsberatung alleine kann eine Essstörung nicht beseitigen. Sie wird aber als begleitende Methode neben der medizinischen und psychotherapeutischen Behandlung eingesetzt. Die Ernährungsfachkräfte sollten eine Zusatzausbildung haben.

Sollte eine Essstörung auf jeden Fall behandelt werden?

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Ja, auf jeden Fall. Eine Essstörung wie die Magersucht oder die Bulimie ist eine gesundheitsgefährdende psychische Erkrankung. Sie kann auf Dauer sogar lebensbedrohlich sein. Ohne professionelle Hilfe finden die Betroffenen keinen Ausweg aus der Krankheit. Deshalb sind eine psychotherapeutische Behandlung und weitere begleitende medizinische Maßnahmen auf jeden Fall notwendig.
Eltern und Angehörige können die Betroffenen unmöglich ohne professionelle Unterstützung heilen.

Welche stationäre Einrichtung kommt für die Behandlung von Essstörungen in Frage?

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Es ist sinnvoll, eine psychosomatische Klinik aufzusuchen. Dort wird gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten ein Verständnis für die Entwicklung der Essstörung in der individuellen Lebensgeschichte erarbeitet. Zudem wird die Bedeutung der Essstörung für das seelische Gleichgewicht wie auch die Gefühlsregulation der Betroffenen transparent gemacht. Denn das ist klar: Jede bzw. jeder Betroffene hat eigene Beweggründe, warum man in der Essstörung lange Zeit einen „Halt“ gefunden hat – auch, wenn dieser Halt viele gesundheitliche, seelische und soziale Folgeprobleme mit sich bringt.

Wie arbeiten psychosomatische Kliniken?

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Psychosomatische Kliniken haben unterschiedliche Therapiemethoden im Angebot, um mit den Patientinnen und Patienten einen Weg aus der Essstörung herauszufinden und sie für ein „Leben ohne Essstörung“ zu stärken. Die Behandlung ist einerseits „somatisch“, d. h. auf die Stabilisierung des körperlichen Zustands ausgerichtet. Dabei werden ernährungsmedizinische und internistische Therapie mit einbezogen. Andererseits ist die Behandlung auf die „Psychische Stabilisierung“ orientiert. Hier werden unterschiedliche Psychotherapiemethoden angewandt: verbale Verfahren (wie z. B. Tiefenpsychologie oder Verhaltenstherapie) und kreative Verfahren, körperorientierte Psychotherapie und Entspannungsmethoden.

Wo finde ich die nächste psychosomatische Einrichtung?

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In der Regel hat jede Universitätsklinik in Deutschland eine psychosomatische Klinik und Poliklinik. In deren Ambulanz erhalten Patientinnen und Patienten eine ausführliche Diagnostik und individuelle Beratung über stationäre Behandlungsangebote für die Behandlung von Essstörungen.
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt können Ihnen ebenfalls Auskunft über psychosomatische Kliniken geben.

Wie lange dauert ein Aufenthalt in der Wohngruppe?

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Einige Wohngruppen haben eine Mindestaufenthaltsdauer vorgesehen, andere orientieren sich an den Bedürfnissen des Einzelnen. Dabei muss die Finanzierung abgesichert sein. Auskünfte darüber sind bei den einzelnen Wohngruppen auf der Internetseite oder per Telefon erhältlich.

Inwieweit werden die Eltern oder andere Angehörige eingebunden?

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Nach Wunsch bieten viele Einrichtungen Paar-, Familien- oder Angehörigengespräche an. Das Ziel ist eine entspannte, tragfähige Beziehung zwischen den Betroffenen in der Wohngruppe und ihren wichtigsten Bezugspersonen.

Welche Aufgaben übernehmen die Wohngruppenteilnehmer selbst?

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In einigen Einrichtungen stellen die Gruppenmitglieder eigenständig einen gemeinsamen Wochenplan bezüglich der Dienste und gemeinsamen Aktivitäten (z. B. Ausflüge, Kochgruppen) auf.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Selbsthilfe

Was kostet die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe?

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In den meisten Fällen ist die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe kostenlos oder mit einem geringen Kostenbeitrag verbunden, der jedoch von Anbieter zu Anbieter variieren kann. Da die einzelnen Selbsthilfegruppen unterschiedliche Regelungen haben, ist es empfehlenswert, sich vorab danach zu erkundigen.

Wie finde ich eine passende Selbsthilfegruppe?

Antwort auf/zuklappenAntwort

Es gibt viele Selbsthilfegruppen. Sie arbeiten nach unterschiedlichen Ansätzen. Deshalb ist es sinnvoll, sich über die verschiedenen Arbeitsweisen zu informieren.
Die Beratungsstellen für Essstörungen unterstützen Sie, wenn Sie eine passende Selbsthilfegruppe suchen.
Informationen über Selbsthilfegruppen finden Sie auch im Internet. Darüber hinaus helfen die Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen (Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.nakos.de).

Kann ich zunächst eine Probesitzung in einer Selbsthilfegruppe machen?

Antwort auf/zuklappenAntwort

Offene Selbsthilfegruppen kann man jederzeit probeweise besuchen und dann entscheiden, ob man weiter teilnehmen möchte. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können die Gruppe jederzeit wieder verlassen.
Geschlossene oder angeleitete Gruppen kann man in der Regel probeweise besuchen. Voraussetzung dafür ist aber ein Vorgespräch vor Ort oder am Telefon. Dabei wird gemeinsam entschieden, ob eine Probesitzung im individuellen Fall sinnvoll ist. Manche dieser Gruppen bieten auch offene Informationsabende an.
In einer geschlossenen Gruppe verpflichten Sie sich, über einen bestimmten Zeitraum hinweg regelmäßig teilzunehmen.

Können neben Angehörigen auch Freundinnen/Freunde von Betroffenen in eine Selbsthilfegruppe gehen?

Antwort auf/zuklappenAntwort

Ja, die Selbsthilfeangebote gelten für Personen, die Betroffenen nahe stehen. Eine Selbsthilfegruppe soll Familie und den Freundeskreis entlasten. Sie können sich mit anderen austauschen und neue Wege finden, mit den Betroffenen umzugehen.
Bevor Sie an einer Selbsthilfegruppe teilnehmen, sollten Sie sich zunächst in einer Beratungsstelle beraten lassen, Sie erfahren so mehr über die Merkmale der jeweiligen Essstörung. Außerdem können Sie sich über Hilfsangebote und die Arbeitsweise einer Selbsthilfegruppe informieren.

Weitere Fragen und Antworten

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