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Rat und Hilfe

Nehmen Essstörungen zu?

Nehmen Essstörungen zu?

Ja. Es lassen sich Steigerungen der Krankheitshäufigkeit feststellen. Von 100 000 Mädchen im Alter von 15 bis 24 erkrankten früher 20 an Magersucht. Heute sind es 50. Ein Grund für den Anstieg scheinen gesellschaftliche Einflüsse wie z. B. das westliche Schönheitsideal zu sein.

Können Essstörungen zum Tode führen?

Können Essstörungen zum Tode führen?

Ja. Die Magersucht kann den Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt, die Herzfunktion oder der Blutdruck beeinträchtigen. Das kann unter Umständen lebensbedrohlich sein. Die dauerhafte Mangelernährung schädigt die Organe, besonders das Herz, schwer. Mehr als jede 10. Patientin stirbt an der Magersucht. Ein Teil der Betroffenen begeht Selbstmord.
Auch eine lang anhaltende Bulimie lebensbedrohlich werden. Die Sterberate liegt bei 0,5 bis 1 Prozent.
Für die Sterberate bei Binge-Eating-Störung gibt es keine fundierten Daten. Für alle Essstörungen gilt: Je früher eine professionelle Beratung und Behandlung beginnt, umso größer sind die Heilungschancen.

Weitere Fragen hier

Wie häufig kommen Essstörungen vor?

Erkrankungshäufigkeit (12-Monats-Prävalenzen)

Magersucht

Nach der repräsentativen Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) leiden 1,1 % der Frauen und 0,3 % der Männer unter Magersucht. (Jacobi et al., 2013)

Bei Jüngeren gibt es keine repräsentativen Daten zu Deutschland. In einer entsprechenden amerikanischen Studie wurde eine Krankheitshäufigkeit für Magersucht von 0,1 % für Mädchen und 0,2 % für Jungen zwischen 13 und 18 Jahren ermittelt (Swanson et al., 2011).

Bulimie

Nach der repräsentativen Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) leiden 0,3 % der Frauen und 0,1 % der Männer unter Bulimie. Bei Jüngeren gibt es keine repräsentativen Daten zu Deutschland (Jacobi et al., 2013).

In einer entsprechenden amerikanischen Studie wurde eine Krankheitshäufigkeit für Bulimie von 0,9 % für Mädchen und 0,3 % für Jungen zwischen 13 und 18 Jahren ermittelt (Swanson et al., 2011).

Binge-Eating-Störung

Nach der repräsentativen Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) leiden 0,1 % der Frauen und 0,1 % der Männer unter einer Binge-Eating-Störung. Bei Jüngeren gibt es keine repräsentativen Daten zu Deutschland (Jacobi et al., 2013).

In einer entsprechenden amerikanischen Studie wurde eine Krankheitshäufigkeit für die Binge-Eating-Störung von 1,4 % für Mädchen und 0,4 % für Jungen zwischen 13 und 18 Jahren ermittelt (Swanson et al., 2011).

Essstörungen

Nach der repräsentativen Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) leiden 1,5 % der Frauen und 0,5 % der Männer unter einer drei Hauptformen von Essstörungen (Jacobi et al., 2013).

In der Altersgruppe der 13- bis 18-Jährigen sind Essstörungen am häufigsten (Mädchen 2,4 %, Jungen 0,9 %). Hinzu kommt ungefähr die doppelte Zahl von Frauen/Mädchen und Männern/Jungen mit Essstörungen, die nicht eindeutig einer der Hauptformen zugeordnet werden können (Swanson et al., 2011).

Behandlungszahlen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes befanden sich im Jahr 2012 11 491 Patientinnen und Patienten in vollstationärer Behandlung wegen Essstörungen. Zwischen den Jahren 2000 und 2012 sind die diagnostizierten Fälle von Magersucht von 5 363 auf 6 995 gestiegen, während im selben Zeitraum die diagnostizierten Fälle von Bulimie von 2 726 auf 2 332 gesunken sind (Statistisches Bundesamt, 2014, Anzahl ...).

Todesfälle wegen Essstörungen

Zwischen 1998 und 2012 starben in Deutschland pro Jahr zwischen 33 und 100 Menschen an Essstörungen, ca. 90 % davon waren Frauen (Statistisches Bundesamt, 2014, Todesfälle ...).

Auffälligkeiten bei vielen

Der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) des Robert Koch-Instituts zeigte: Bei etwa einem Fünftel aller 11- bis 17-Jährigen in Deutschland liegt ein Verdacht auf eine Essstörung vor. Bei den jüngsten Befragten ist der Anteil von auffälligen Jungen und Mädchen etwa gleich hoch. Mit zunehmendem Alter nimmt jedoch der Anteil der auffälligen Mädchen zu, der der Jungen ab. Bei jedem dritten Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren gibt es Hinweise auf eine Essstörung, bei den Jungen sind 13,5 Prozent auffällig. Einzelne Formen der Essstörung wurden im Rahmen von KiGGS nicht erfasst. Weitere Informationen zur KiGGS-Studie finden Sie undefinedhier (öffnet PDF 441 KB)

Quellen