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Rat und Hilfe

Allgemeine Informationen

Was kann ich tun, um Essstörungen vorzubeugen?

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Achten Sie auf Warnzeichen. Starke Gewichtsverluste und -schwankungen oder das Erbrechen nach dem Essen können auf eine Essstörung hindeuten. Wer die Signale frühzeitig erkennt, kann eine Erkrankung verhindern oder lindern. Besonders wichtig ist ein möglichst frühzeitiger Besuch einer ärztlichen oder psychotherapeutischen Praxis. Dies verbessert die Heilungs-Chancen erheblich.
Für Freundinnen, Freunde und Angehörige gilt: Versuchen Sie nicht, die Betroffenen zu therapieren, sondern bieten Sie Ihre Unterstützung an. Dabei geht es nicht nur um das „Problem Essstörung“. Behalten Sie immer den ganzen Menschen im Blick. Bauen Sie zuerst Vertrauen auf und signalisieren Sie dann ihre Sorge.
Vor allem für Schulen gibt es mittlerweile Programme, um Essstörungen vorzubeugen. Hinweise zu Anbietern finden Sie Öffnet internen Link im aktuellen Fensterhier.

Welche Ursachen führen zu Essstörungen?

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Essstörungen sind von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu gehören:
- biologische Aspekte (Genetik, Hirnfunktionsstörungen),
- persönlichkeitsbedingte Faktoren (Pubertät, Selbstbild und Selbstwertgefühl, Perfektionismus),
- gesellschaftliche Einflüsse (Schönheitsideale, Schlankheitsdruck),
das soziale und familiäre Umfeld (Familie, Gleichaltrige).
Kalorienreduzierte Diäten begünstigen den Einstieg in die Erkrankung. Gesellschaftliche Faktoren wie das westliche Schönheitsideal, der Schlankheitswahn oder die Ausgrenzung von Menschen mit Übergewicht beeinflussen das Essverhalten. Auch Vergleiche mit Familienmitgliedern und Gleichaltrigen spielen eine Rolle.
Im Verlauf einer Erkrankung kann sich eine gestörte Selbstwahrnehmung entwickeln. Die Betroffenen nehmen ihren Körper verzerrt wahr. Deshalb setzen sie ihr krankhaftes Essverhalten fort.

Was kann auf eine Essstörung hinweisen?

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Beantworten Sie für sich bitte folgende Fragen:

- Beginnt der Tag mit einem Blick auf die Waage?
- Vermeiden Sie es, in den Spiegel zu schauen?
- Sind Sie unzufrieden mit Ihrem Aussehen und Ihrer Figur?
- Haben Sie Angst vor Übergewicht oder davor zuzunehmen?
- Zählen Sie Kalorien?
- Haben Sie ein zunehmendes Interesse an der Nahrungszusammensetzung?
- Schmieden Sie immer wieder Diätpläne?
- Wissen Sie genau, wie viel Sie essen dürfen?
- Essen Sie selten das, was Sie möchten?
- Lassen Sie Mahlzeiten regelmäßig ausfallen?
- Wissen Sie nicht mehr, wie es sich anfühlt, satt zu sein?
- Spüren Sie einen starken Drang, das Essen direkt nach den Mahlzeiten wieder los zu werden?
- Ziehen Sie sich immer mehr aus sozialen Kontakten zurück?
- Bleibt Ihre Regel aus oder ist die Regel unregelmäßig?
- Sind Sie körperlich sehr aktiv?
- Sind Sie in der Schule, der Ausbildung, im Beruf und im privaten Bereich sehr leistungsorientiert?

Haben Sie viele dieser Fragen mit Ja beantwortet? Und hoffen Sie, dass alles besser wird, wenn Sie dünner sind? Dann sollten Sie Ihr Verhalten hinterfragen und Hilfe suchen.

Wer ist von Essstörungen betroffen?

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Früher galten Essstörungen als „typisch weibliche“ Erkrankung, die nur Mädchen und Frauen betrafen. Heute erkranken auch immer mehr Jungen und Männer. Mädchen und Frauen sind aber nach wie vor deutlich häufiger betroffen.

Sind Essstörungen eine Sucht?

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Nein. Einige Verhaltensweisen von essgestörten Menschen können den Charakter einer Sucht annehmen. Meist wird der gesamte Alltag der Betroffenen bestimmt von Kontrollverlust, Wiederholungszwang und sozialer Isolation. Das ähnelt dem Krankheitsbild der „stoffgebunden Süchte“ wie Drogensucht oder Alkoholabhängigkeit.

In welchem Alter treten Essstörungen auf?

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Essstörungen können in jedem Alter auftreten. Besonders gefährdet sind jedoch Jugendliche während der Pubertät. Aber auch im mittleren Alter kann sich eine Essstörung entwickeln; zum Beispiel bei Frauen in den Wechseljahren.
Magersucht tritt vor allem zwischen 14 und 18 Jahren auf. Manche Kinder werden allerdings auch schon früher krank.
An Bulimie und Binge Eating erkranken vor allem  Menschen im jungen Erwachsenenalter.

Wie häufig kommen Essstörungen vor?

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Es gibt keine bundesweiten repräsentativen Daten, wie häufig Magersucht, Bulimie und Binge Eating sind.
Einzelne Symptome einer Essstörung haben bereits viele Jugendliche. Bei etwa einem Fünftel aller 11- bis 17-Jährigen liegt ein Verdacht auf eine Essstörung vor. Das zeigt eine Studie des Robert Koch Instituts (Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.rki.de) zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Darin wurden erstmals bundesweite Daten zu Vorformen der Essstörungen erhoben; die einzelnen Formen der Essstörungen wurden aber nicht unterschieden.
Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass international von 100 000 Menschen zwischen 500 bis 1.000 magersüchtig sind; unter Bulimie leiden zwischen 2 000 und 4 000. Von der Binge Eating Störung sind 1 000 bis 3 000 von 100 000 Menschen betroffen.
Die tatsächlichen Zahlen dürften jedoch deutlich höher liegen. Denn aus Scham suchen die Betroffenen häufig keine Beratung und Therapie auf.

Was heißt Anorexie?

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Die medizinische Bezeichnung der Magersucht ist Anorexia nervosa. Die Bezeichnung leitet sich von dem griechischen Wort „anorektein“ ab, was soviel wie „ohne Appetit sein“ heißt.

Was bedeutet Bulimie?

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Seit 1979 ist die Bulimie als eine eigenständige Essstörung beschrieben. Der Begriff leitet sich von dem griechischen Wort für Ochse (bous) und Hunger (limos) ab: Ochsenhunger. Er bezieht sich damit auf das zentrale Merkmal der Bulimie: die Essattacken. Manchmal wird Bulimie mit Ess-Brech-Sucht „übersetzt“. Doch das Erbrechen gehört nicht zwingend dazu. Auch Fasten oder Missbrauch von Abführmitteln werden zur Gewichtsregulierung eingesetzt.

Gilt der BMI auch für Kinder und Jugendliche?

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Ja, aber nur bezogen auf alters- und geschlechtsspezifische Normwerte.
Bei Kindern und Jugendlichen verändert sich die Körperzusammensetzung im Laufe ihres Wachstums. Pubertätsbedingt verändern sich Muskel- und Fettanteil bei Jungen und Mädchen unterschiedlich. Deshalb sagt der errechnete BMI allein nichts aus. Er muss anhand von Wachstumskurven für Jungen oder von jenen für Mädchen verglichen werden. Fachleute sprechen dabei von geschlechtsbezogenen BMI-Perzentilen. Perzentilen sind Prozentangaben. Wird das Körpergewicht eines Kindes in Perzentilen ausgedrückt, bedeutet dies, dass das Körpergewicht in Bezug auf das Körpergewicht der Altersgenossen angeben wird.

Ein Beispiel: Liegt der individuell errechnete BMI-Wert eines 14-jährigen Mädchens auf der 15. Perzentile, heißt das, dass 15 Prozent der 14-jährigen Mädchen der Referenzgruppe einen niedrigeren BMI-Wert haben, 85 % haben einen höheren BMI-Wert. Der BMI des Mädchens ist damit im Vergleich zu den gleichaltrigen Mädchen eher niedrig.

Für Kinder gelten folgende Referenzwerte:

- Starkes Untergewicht: BMI liegt unterhalb der 3. Perzentile - Untergewicht: BMI liegt zwischen der 3. und der 10. Perzentile - Normalgewicht: BMI liegt zwischen der 10. und der 90. Perzentile - Übergewicht: BMI liegt über der 90. Perzentile - Starkes Übergewicht: BMI liegt über der 97. Perzentile

Deutet Untergewicht auf eine Essstörung hin?

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Starkes Untergewicht ist eines der Kriterien für die Essstörung Magersucht. Doch Untergewicht kann auch andere Ursachen haben. Deshalb sollten Betroffene eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Sind Kinder und Jugendliche betroffen, sollte eine kinder- und jugendärztliche bzw. kinder- und jugendpsychiatrische Praxis aufgesucht werden. Dort kann festgestellt werden, ob eine Essstörung vorliegt oder ob das niedrige Gewicht etwa organische Ursachen hat.
Es gibt verschiedene Anzeichen, die auf eine Essstörung hindeuten. Ein Beispiel für solche Anzeichen: Die Gedanken kreisen nur noch um das Thema Essen und Gewicht – oder beides wird ständig kontrolliert. Dann ist es sinnvoll, eine Beratungsstelle, eine Klinik oder eine psychotherapeutische Praxis, bei Kindern und Jugendlichen eine kinder- und jugendpsychiatrisch-psychotherapeutische Praxis aufzusuchen. Öffnet internen Link im aktuellen FensterHier finden Sie Beratungspraxen in Ihrer Nähe.

Ist ein niedriger BMI immer Merkmal von Essstörungen?

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Nein. Untergewicht kann auch Ausdruck einer organischen Erkrankung sein.
Starkes Untergewicht ist nur eines der Kriterien für die Essstörung Magersucht. Für andere Essstörungen ist der BMI kein aussagekräftiges Kennzeichen. Wer von einer Essstörung betroffen ist, kann extrem mager, normalgewichtig, aber auch extrem übergewichtig sein. Menschen, die zum Beispiel an der Essstörung Binge Eating leiden, sind häufig leicht bis deutlich übergewichtig. Der Umkehrschluss gilt aber nicht: Nicht jeder Mensch mit Übergewicht hat zwangsläufig eine Essstörung.

Ein Verdacht auf Magersucht kann bestehen,

  • wenn Kinder und Jugendliche nicht dem Alter entsprechend zunehmen oder
  • wenn Jugendliche mehr als drei bis vier Kilo abnehmen, ohne dass es dafür eine andere medizinische Erklärung gibt.

Sind Gewichtsschwankungen normal?

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Die Waage muss nicht jeden Tag exakt dieselbe Zahl anzeigen. Schwankungen von ein bis zwei Kilo sind normal. Ursache dafür sind z. B. Wassereinlagerungen im Körper, hormonelle Schwankungen, ein gefüllter Darm oder eine gefüllte Blase.

Ist Adipositas eine Essstörung?

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Nein. Unter Adipositas versteht man starkes Übergewicht. Der Begriff leitet sich von dem lateinischen Wort adeps (=Fett) ab und bedeutet, dass das Fettgewebe im Körper des Menschen vermehrt ist. Adipöse Menschen sind nicht automatisch essgestört. Näher Informationen gibt es unter Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.adipositas-gesellschaft.de

Was sind Essstörungen?

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Es gibt drei verschiedene Formen von Essstörungen:
- Magersucht, Anorexie (Anorexia Nervosa),

- Bulimie, die Ess-Brech-Sucht (Bulimia Nervosa),

- Binge-Eating-Störung, die Ess-Sucht mit regelmäßigen Heißhungeranfällen.
Die drei Formen können ineinander übergehen.

Bei der Magersucht liegt das Körpergewicht mindestens 15 Prozent unter dem minimalen Normalgewicht. Betroffene nehmen ihr Gewicht und ihren Körper verzerrt wahr. Sie haben panische Angst, dick zu werden - trotz Untergewicht.
Bulimie tritt häufig im Zusammenhang mit Magersucht auf. Die Betroffenen leiden unter Heißhungeranfällen. In kürzester Zeit essen sie sehr große Mengen. Um nicht zuzunehmen, erbrechen sie sich meist nach diesen Essattacken.
Auch beim Binge Eating leiden die Erkrankten an regelmäßigen Heißhungerattacken. Anders als bei der Bulimie ergreifen die Betroffenen aber nach Essanfällen keine Gegenmaßnahmen. Diese Störung ist meist mit Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas) verbunden. Das bedeutet aber nicht, dass Menschen mit Übergewicht oder Fettleibigkeit automatisch an Binge Eating leiden.

Nicht zu den Essstörungen zählen Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas). Sie sind Gesundheitsstörungen, die vielfältige Ursachen haben, zu denen neben genetischer Veranlagung auch Überernährung und Bewegungsmangel gehören.

Auch die Fütterstörung gehört nicht zu den klassischen Essstörungen. Sie zählt wie Schrei- oder Schlafstörungen zu den frühkindlichen Regulationsstörungen. Fütterstörungen haben vielfältige Ursachen. Auch psychosoziale Faktoren spielen bei der Entstehung eine Rolle. Bei der Fütterstörung verweigern Babys oder Kleinkinder das Essen oder Trinken.

Unter- oder Übergewicht weist nicht automatisch darauf hin, dass jemand eine Essstörung hat, wiederum schließt ein augenscheinliches Normalgewicht eine Essstörung nicht aus.

Was ist eine Magersucht / Anorexie?

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Anorexie ist die medizinische Bezeichnung der Magersucht. Der Fachbegriff leitet sich von dem griechischen „anorektein“ ab. Übersetzt heißt das soviel wie „ohne Appetit sein“. Allerdings ist Appetitlosigkeit kein klassisches Symptom der Magersucht. Die Betroffenen versuchen vielmehr, den Appetit zu unterdrücken.

Was ist eine Ess-Brech-Sucht / Bulimie?

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Seit 1979 ist die Bulimie als eine eigenständige Essstörung beschrieben. Der Begriff leitet sich von den griechischen Wörtern für Ochse (bous) und Hunger (limos) ab: Ochsenhunger. Er bezieht sich damit auf das zentrale Merkmal der Bulimie: die Essattacken.
Eingebürgert hat sich, Bulimie mit Ess-Brech-Sucht zu „übersetzen“. Das ist nicht ganz exakt: Erbrechen gehört nicht zwingend dazu. Manche Betroffene fasten, treiben übermäßig Sport oder missbrauchen Abführmittel, um ihr Gewicht zu regulieren.

Was ist eine Binge-Eating-Störung?

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„Binge“ bedeutet „schlingen“. Auch beim Binge Eating leiden die Erkrankten an regelmäßigen Heißhungerattacken. Anders als bei der Bulimie ergreifen die Betroffenen aber nach Essanfällen keine Gegenmaßnahmen. Sie erbrechen oder hungern nicht und treiben auch keinen extremen Sport, um ihr Gewicht zu vermindern.
Die Binge-Eating-Störung ist meist mit Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas) verbunden. Das bedeutet aber nicht, dass Menschen mit Übergewicht oder Fettleibigkeit automatisch an Binge Eating leiden. Und auch Menschen mit Normalgewicht können an der Binge-Eating-Störung erkranken.
Von den psychisch bedingten Essstörungen ist das Binge Eating bisher am wenigsten erforscht.

Für Betroffene

Was kann ich tun, um Essstörungen frühzeitig zu erkennen?

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Beobachten Sie Ihr Kind, Ihren Schützling oder sich selbst. Achten Sie auf folgende Warnzeichen:
- das Gefühl, zu dick zu sein – trotz Gewichtsverlustes bis hin zum Untergewicht,
- auffällige Rituale wie ein extrem langes Kauen oder eine übertriebene Zerkleinerung des Essens,
- Hunger wird trotz strenger Diät verleugnet,
- übertriebener Sport, sogar bei Verletzung oder Krankheit,
- zwanghaftes Verhalten – z. B. werden Nahrungsmittel in „gut“ und „schlecht“ eingeteilt,
- Erbrechen nach dem Essen oder ein regelmäßiger Rückzug ins Bad,
- Heißhungeranfälle, heimliches Essen, Stehlen von Essen.

Wie häufig kommt Binge Eating vor?

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Etwa ein bis drei Prozent der Bevölkerung sind von Binge Eating betroffen. Von 100 Menschen mit Übergewicht, die abnehmen wollen und deshalb eine Arztpraxis aufsuchen, haben 15 bis 30 eine Binge-Eating-Störung.

Wo finde ich als Mann eine ambulante, Online- oder Telefonberatung?

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Viele Beratungsstellen sind für Männer und Frauen gleichermaßen da. Fragen Sie direkt beim Erstkontakt nach entsprechenden Angeboten. Ausnahmen bilden speziell auf Frauen ausgerichtete Institutionen wie Frauenberatungsstellen oder Mädchenhäuser. Darüber hinaus steht Ihnen das anonyme Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für Fragen rund um Essstörungen, insbesondere in akuten Fällen zur Verfügung. Hier erhalten Sie eine Erstberatung sowie Adressen, an die Sie sich wenden können.
Beratungstelefon der BZgA:
0221-89 20 31
MO–DO 10.00–22.00 Uhr
FR–SO 10.00–18.00 Uhr
(Preis entsprechend der Preisliste Ihres Telefonanbieters für Gespräche in
das Kölner Ortsnetz)

Empfinden die Männer Spaß daran, so viel Sport zu treiben?

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Am Anfang der Erkrankung empfinden die Jugendlichen und Männer tatsächlich häufig Freude daran, viele Stunden zu trainieren. Später dann ist Sport eher ein lästiges aber notwendiges Bekämpfungsmittel gegen die angeblich vorhandenen „Problemzonen“.

Welches können erste Hinweise auf eine Essstörung bei Männern sein?

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Es gibt viele verschiedene Anzeichen für eine Essstörung. Vorsicht ist geboten, wenn die betroffene Person

- sich übertrieben stark mit dem Thema Nahrung beschäftigt,
- ständig ans Essen oder Nicht-Essen denkt,
- sich extrem einseitig ernährt,
- isst oder hungert, um Gefühle zu unterdrücken oder Konflikte zu vermeiden,
- stark an Gewicht verliert,
- ein gestörtes Körper- und Selbstwertgefühl hat,
- unter Hormonveränderungen leidet,
- übertrieben viel Sport treibt oder
- leistungssteigernde Substanzen wie Anabolika einnimmt (Hinweise dafür können körperliche Anzeichen wie z. B. Akne oder Veränderungen an den Brustwarzen sein).

Ist eine Essstörung nicht eine „typische Frauenkrankheit“?

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Nein. Frauen haben zwar häufiger eine Essstörung als Männer. Aber beispielsweise bei den Magersüchtigen ist der Anteil der Männer bei fünf bis zehn Prozent. In Deutschland sind damit etwa 90 000 Jugendliche und junge Männer betroffen.

Wie viele Übergewichtige sind von einer Binge-Eating-Störung betroffen?

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Menschen mit einer Binge-Eating-Störung ergreifen nach den Essanfällen keine Maßnahmen, um wieder abzunehmen. Deshalb sind sie sehr oft leicht oder stark übergewichtig. Das heißt aber nicht, dass alle Menschen mit Übergewicht an Binge Eating leiden. Von denen, die an Abnehmprogrammen teilnehmen, haben rund 15 bis 30 Prozent diese Störung.

In welchem Alter tritt die Binge-Eating-Störung auf?

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Essstörungen können in jedem Alter auftreten. Die Binge-Eating-Störung tritt meist im frühen Erwachsenenalter oder um die Lebensmitte das erste Mal auf.
Auch Kinder können schon unter Essanfällen leiden. Das volle Krankheitsbild der Binge-Eating-Störung ist bei ihnen jedoch selten.

Erkranken Frauen häufiger als Männer an einer Binge-Eating-Störung?

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Hierzu liegen nur wenige Daten vor. Diese deuten darauf hin, dass die Binge-Eating-Störung bei Männern seltener auftritt als bei Frauen. Allerdings kommt diese Essstörung bei Männern deutlich häufiger vor als andere Essstörungen.

Kann Bulimie zum Tode führen?

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Von den erkrankten 2 000 bis 4 000 Menschen in Deutschland, sterben ca. 0,5 bis 1 Prozent. Wenn die Bulimie lange andauert, können lebensbedrohliche Gesundheitsschäden entstehen. Je früher eine professionelle Beratung und Behandlung beginnt, desto größer sind die Chancen auf Heilung.

Woran erkennt man, ob jemand eine Bulimie hat?

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Menschen mit Ess-Brech-Sucht (Bulimie) sind meist normalgewichtig und unauffällig. Nach außen hin scheint alles zu funktionieren. Innen sieht das anders aus.
Menschen, die an Bulimie leiden, erleben regelmäßig unkontrollierbare Essattacken. In kurzer Zeit schlingen sie große Mengen an fett- und zuckerreichen Lebensmitteln herunter. Anschließend versuchen sie, die Kalorienzufuhr rückgängig zu machen. Viele erbrechen sich nach den Essattacken. Andere nehmen Abführmittel, treiben übermäßig Sport oder halten strenge Diäten ein.
Für ihr Verhalten schämen sich die Betroffenen. Sie ekeln sich vor sich selbst und haben das Gefühl, nicht normal zu sein. Häufig ziehen sie sich zurück, damit nahe stehende Personen nichts mitbekommen. Auch die Anfälle passieren in der Regel heimlich.

In welchem Alter tritt die Bulimie auf?

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In jedem Alter kann sie auftreten. Doch häufig tritt die Krankheit erst gegen Ende des Jugendalters und vor allem bei Mädchen auf. Meist beginnt sie zwischen 16 und 19 Jahren. Eine Erkrankung vor dem 14. Lebensjahr ist selten.

Wo finde ich eine ambulante, Online- oder Telefonberatung?

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Mithilfe der Öffnet internen Link im aktuellen FensterSuchfunktion dieses Online-Angebotes können Sie sich über Beratungseinrichtungen in Ihrer Nähe informieren. Wenn Sie die einzelnen Beratungsstellen aufrufen, erfahren Sie, welche Beratungsarten angeboten werden. Oder besuchen Sie die Internetseiten des jeweiligen Trägers. Jeder Träger ermöglicht Ihnen die Suche nach seinem Beratungsstellenangebot.
Weitere Informationsquellen für Adressen von Beratungsstellen sind:

  • Kliniken für Kinder und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und Kinderkliniken,
  • Ärztinnen und Ärzte, Kinder- und Jugendärztinnen und Kinder- und Jugendärzte, Ärztinnen und Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und Therapeutinnen und Therapeuten,
  • Lehrerinnen und Lehrer,
  • Kinder- und Jugend-Telefon, Mädchen- und Frauen-Telefon und Suchttelefon,
  • Telefonbücher oder Internetsuchmaschinen,
  • Stadtzeitungen und Bücher zum Thema.

Kann Magersucht zum Tode führen?

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Ja. Das niedrige Gewicht kann

  • den Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt stören,
  • die Herzfunktion beeinträchtigen und
  • den Blutdruck gefährlich senken.

Diese Faktoren können lebensbedrohlich sein.

Die dauerhafte Mangelernährung kann auch den Knochenstoffwechsel stören. Damit ist das Risiko verbunden, bereits als junger Erwachsener an Knochenschwund (Osteoporose) zu erkranken.
In besonders schlimmen Fällen kann die Magersucht das Herz und andere Organe schädigen. Schwerwiegende Organschäden können tödlich enden.
Etwa jede zehnte Patientin bzw. Patient stirbt in den ersten zehn Jahren der Krankheit. Ein Teil der Betroffenen begeht Selbstmord.
Je früher eine professionelle Beratung und Behandlung beginnt, desto größer sind die Heilungschancen. In spezialisierten Zentren können die Betroffenen besser versorgt werden. Die Sterberate scheint dadurch zurückzugehen.

Kommen bei Magersucht auch Essattacken vor?

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Ja. 60 Prozent der Menschen mit Magersucht bekommen im Laufe der Zeit Essattacken und unterbrechen ihre Dauerdiät. Zum Beispiel weil der Hunger unerträglich wird oder weil sie dem Drängen der Eltern nachgeben.
Allerdings versuchen die Betroffenen ihre Essanfälle wieder „ungeschehen“ zu machen. Sie erbrechen, treiben übermäßig Sport oder nehmen Abführmittel und andere Medikamente ein.
In etwa 20 bis 30 Prozent der Fälle entwickelt sich im Verlauf der Magersucht eine bulimische Essstörung.

In welchem Alter tritt Magersucht auf?

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Magersucht kann in jedem Alter auftreten. Besonders gefährdet sind Jugendliche während der Pubertät. Am häufigsten ist Magersucht bei 14-Jährigen. Manche Kinder und Jugendliche bekommen diese Essstörung aber auch schon früher.
Betroffen sind vor allem Mädchen. Jungen und Männer erkranken seltener. Allerdings wird die Essstörung bei Jungen und Männern oft erst spät erkannt. Denn Magersucht gilt immer noch als typisch weibliche Krankheit.

Woran erkennt man, ob jemand magersüchtig ist?

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Ein Hinweis ist ein deutliches Untergewicht. Um dies zu erreichen, essen Menschen mit Magersucht nur winzige Mengen. Zusätzlich nehmen sie manchmal auch Appetitzügler, Abführ- oder Entwässerungsmittel ein.
Die Betroffenen fühlen sich zu dick, obwohl sie dies objektiv nicht sind. Obwohl sie immer dünner werden, steigt ihre Angst, zuzunehmen. Sie verleugnen ihre Bedürfnisse und unterwerfen sich einer strengen Selbstkontrolle. Das vermittelt ihnen die Illusion von Stärke und Selbstständigkeit. Mehr und mehr ziehen sich Menschen mit Magersucht von anderen zurück.
Da Magersucht eine schwere Erkrankung ist, braucht man die Hilfe von Ärztinnen oder Ärzten und erfahrenen Therapeutinnen oder Therapeuten. Hier findet Sie eine Öffnet internen Link im aktuellen FensterBeratungsstelle.

Was ist eine Magersucht / Anorexie?

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Anorexie ist die medizinische Bezeichnung der Magersucht. Der Fachbegriff leitet sich von dem griechischen „anorektein“ ab. Übersetzt heißt das soviel wie „ohne Appetit sein“. Allerdings ist Appetitlosigkeit kein klassisches Symptom der Magersucht. Die Betroffenen versuchen vielmehr, den Appetit zu unterdrücken.

Was ist eine Ess-Brech-Sucht / Bulimie?

Antwort auf/zuklappenAntwort

Seit 1979 ist die Bulimie als eine eigenständige Essstörung beschrieben. Der Begriff leitet sich von den griechischen Wörtern für Ochse (bous) und Hunger (limos) ab: Ochsenhunger. Er bezieht sich damit auf das zentrale Merkmal der Bulimie: die Essattacken.
Eingebürgert hat sich, Bulimie mit Ess-Brech-Sucht zu „übersetzen“. Das ist nicht ganz exakt: Erbrechen gehört nicht zwingend dazu. Manche Betroffene fasten, treiben übermäßig Sport oder missbrauchen Abführmittel, um ihr Gewicht zu regulieren.

Was ist eine Binge-Eating-Störung?

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„Binge“ bedeutet „schlingen“. Auch beim Binge Eating leiden die Erkrankten an regelmäßigen Heißhungerattacken. Anders als bei der Bulimie ergreifen die Betroffenen aber nach Essanfällen keine Gegenmaßnahmen. Sie erbrechen oder hungern nicht und treiben auch keinen extremen Sport, um ihr Gewicht zu vermindern.
Die Binge-Eating-Störung ist meist mit Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas) verbunden. Das bedeutet aber nicht, dass Menschen mit Übergewicht oder Fettleibigkeit automatisch an Binge Eating leiden. Und auch Menschen mit Normalgewicht können an der Binge-Eating-Störung erkranken.
Von den psychisch bedingten Essstörungen ist das Binge Eating bisher am wenigsten erforscht.

Eltern und Angehörige

Was kann ich tun, um Essstörungen frühzeitig zu erkennen?

Antwort auf/zuklappenAntwort

Beobachten Sie Ihr Kind, Ihren Schützling oder sich selbst. Achten Sie auf folgende Warnzeichen:
- das Gefühl, zu dick zu sein – trotz Gewichtsverlustes bis hin zum Untergewicht,
- auffällige Rituale wie ein extrem langes Kauen oder eine übertriebene Zerkleinerung des Essens,
- Hunger wird trotz strenger Diät verleugnet,
- übertriebener Sport, sogar bei Verletzung oder Krankheit,
- zwanghaftes Verhalten – z. B. werden Nahrungsmittel in „gut“ und „schlecht“ eingeteilt,
- Erbrechen nach dem Essen oder ein regelmäßiger Rückzug ins Bad,
- Heißhungeranfälle, heimliches Essen, Stehlen von Essen.

Was sollten Eltern und Menschen aus dem Freundeskreis beachten, um Essstörungen nicht zu verschlimmern?

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Allgemein gilt: Wer helfen will, muss zuerst Vertrauen aufbauen! Vermeiden Sie Kritik am Essverhalten und der Figur. Versuchen Sie, die Persönlichkeit stets als Ganzes wahrzunehmen. Der bzw. die Betroffene sollte nicht das Gefühl haben, nur aufgrund seiner Erkrankung beachtet zu werden. Denn so entsteht keine Motivation, sich helfen zu lassen.
Gehen Sie möglichst frühzeitig in eine ärztliche Praxis. Der Grund: Starker Gewichtsverlust kann auch organische Ursachen haben, z. B. eine Fehlfunktion der Schilddrüse.
Auch Psychotherapeutinnen bzw. Psychotherapeuten können Betroffenen helfen.
Suchen Sie Fachleute auf, die bereits Erfahrung bei der Behandlung von Essstörungen haben.
Auf keinen Fall sollten Sie versuchen, die Betroffenen selbst zu therapieren. Sie geraten dabei immer in einen Rollenkonflikt. Üben Sie bei Hinweisen auf eine mögliche Essstörung weder Druck noch Zwang aus. Machen Sie aber deutlich, dass Sie das auffällige Essverhalten als Problem wahrnehmen.
Versuchen Sie, die eigene Motivation der Betroffenen zu stärken, sich professionelle Hilfe zu suchen. Machen Sie Vorschläge. Überlassen Sie Ihrem Kind die Wahl der Ärztin oder des Arztes. Volljährige sollten selbst entscheiden, ob sie alleine oder in Begleitung in die ärztliche Praxis gehen wollen.
Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass Sie als Eltern auf die Einschätzung von Fachleuten angewiesen sind. Besonders dann, wenn der Gewichtsverlust sehr stark ist oder Komplikationen auftreten wie Kreislaufprobleme oder unregelmäßige Monatsblutungen.

Was kann ich tun, um Essstörungen vorzubeugen?

Antwort auf/zuklappenAntwort

Achten Sie auf Warnzeichen. Starke Gewichtsverluste und -schwankungen oder das Erbrechen nach dem Essen können auf eine Essstörung hindeuten. Wer die Signale frühzeitig erkennt, kann eine Erkrankung verhindern oder lindern. Besonders wichtig ist ein möglichst frühzeitiger Besuch einer ärztlichen oder psychotherapeutischen Praxis. Dies verbessert die Heilungs-Chancen erheblich.
Für Freundinnen, Freunde und Angehörige gilt: Versuchen Sie nicht, die Betroffenen zu therapieren, sondern bieten Sie Ihre Unterstützung an. Dabei geht es nicht nur um das „Problem Essstörung“. Behalten Sie immer den ganzen Menschen im Blick. Bauen Sie zuerst Vertrauen auf und signalisieren Sie dann ihre Sorge.
Vor allem für Schulen gibt es mittlerweile Programme, um Essstörungen vorzubeugen. Hinweise zu Anbietern finden Sie Öffnet internen Link im aktuellen Fensterhier.

Welche Therapien sind für Kinder und Jugendliche mit Übergewicht geeignet?

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Zunächst sollte in einer kinder- und jugendärtzlichen Praxis untersucht werden, ob das Kind tatsächlich übergewichtig ist. Hat die Ärztin oder der Arzt empfohlen, abzunehmen, sollte ein Therapieprogramm, das speziell für übergewichtige Kinder und Jugendliche entwickelt wurde, besucht werden. Solche Programme helfen, das Gewicht auf gesunde Weise zu normalisieren, ohne dass dabei Erkrankungen oder Essstörungen entstehen. Die Betroffenen sowie ihre Familien lernen dort, sich dauerhaft ausgewogen und gesund zu ernähren sowie regelmäßig zu bewegen.
Strenge kalorienreduzierte Diäten, Medikamente oder Operationen zur Gewichtsreduktion sind für Kinder nicht geeignet.
Hilfe bei der Beurteilung von Therapiemaßnahmen für übergewichtige Kinder und Jugendliche bekommten sie auf der Internetseite Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.bzga-kinderuebergewicht.de.

 

Wo finde ich Adressen von Beratungsstellen für Säuglinge und Kleinkinder mit Fütter- bzw. Essstörungen?

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Erste Anlaufstelle hierfür ist die zuständige Kinder- und Jugendärztin bzw. der zuständige Kinder- und Jugendarzt (www.dgkj.de und Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.kinderaerzte-im-netz.de). Auch Ärztinnen und Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie bieten Hilfe an.
Die Fütterstörung ist keine klassische Essstörung. Sie gehört zu den frühkindlichen Regulationsstörungen. Die Ursachen sind organisch oder seelisch. Oft treten mehrere Störungen gleichzeitig auf. So haben Kinder mit Fütterstörungen oft auch Gedeih-, Schlaf- oder Schreiprobleme. An Kliniken, Arztpraxen, Erziehungsberatungsstellen oder Gesundheitsämter angegliederte „Schreiambulanzen“ bzw. Beratungsstellen für Kinder im Alter von 0 – 3 Jahren bieten hierbei entsprechende Angebote an.
Ein deutschlandweites Adressverzeichnis für Beratungsstellen, die bei Regulationsstörungen von Kindern helfen, finden Sie im Online-Angebot der BZgA (Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.kindergesundheit-info.de).

Reicht es, wenn ein Elternteil bei der Beratung/Therapie dabei ist?

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Auch wenn das Füttern in vielen Fällen von den Müttern übernommen wird, ist es sinnvoll, bei einer Beratung die gesamte Familie einzubeziehen. In einigen Fällen kann die Ursache für die Fütterstörung in einer belasteten Elternbeziehung liegen. Eine Behandlung in einem interdisziplinären Therapiekonzept für beide Eltern und das Kind ist dann angeraten.

Ist das schlechte Essverhalten meines Kindes eine Phase, die vorübergeht, oder muss ich mir ernsthafte Sorgen machen und mir Hilfe holen?

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Schwere Fütterstörungen sind eher selten. Dennoch sollte Sie Ihr Kind gut beobachten. Wenn Sie die Situation länger als einen Monat als sehr belastend und problematisch empfinden und Ihr Kind über diesen Zeitraum wenig zunimmt oder an Gewicht verliert, sollten Sie auf alle Fälle die Kinderärztin oder den Kinderarzt zu Rate ziehen. Das gleiche gilt, wenn Ihr Kind regelmäßig die Mahlzeiten aufstößt oder erbricht.

Unser Kind isst nur, wenn es durch Spielen oder Bilderbücher abgelenkt wird. Was sollen wir tun?

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Dieses Verhalten kann ein Zeichen für eine Fütterungsstörung im Kleinkindalter sein. Trennen Sie die Bereiche Essen und Spielen konsequent voneinander. Essen gibt es nur, wenn das Kind auf seinem Platz sitzt. Räumen sie die Spielzeuge zu diesem Zeitpunkt weg. Vorteilhaft ist es, wenn ihr Kind das Spielzeug nicht im Blickfeld hat.  Das Essen sollte nicht zum Machtkampf zwischen Ihnen und Ihrem Kind werden. Holen Sie sich notfalls Hilfe und Beratung.

Mein Kind hat große Schwierigkeiten bei der Umstellung von Sondenernährung auf normale Kost? Was kann ich tun?

Antwort auf/zuklappenAntwort

Bei der Umstellung von Sondenernährung auf normale Kost kann es zur Entwicklung von Fütter- bzw. Essstörungen kommen. Sie sollten sich daher möglichst professionell beraten lassen, wie eine Umstellung durchgeführt werden sollte. Geeignete Beratungsstellen, Praxen und Kliniken finden Sie im „Adressverzeichnis: Beratung, Selbsthilfe, Therapie bei Essstörungen“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Fütterstörungen – wie viele und welche Kinder sind häufig betroffen?

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Statistisch betrachtet weisen ca. 15 bis 20 Prozent aller Kinder leichte bis mittelschwere, 3 bis 7 Prozent schwere Fütterstörungen auf. Noch häufiger sind Kinder mit schweren Entwicklungs- oder Stoffwechselstörungen sowie Frühgeborene davon betroffen.
3 bis 4 Prozent der Fälle weisen gleichzeitig eine Gedeihstörung auf, das heißt das Kind verliert an Gewicht oder nimmt unzureichend zu. Oft kommt es auch zu einer Wachstumsverzögerung.

Mein Baby isst im Vergleich zu anderen Kindern sehr wenig und zeigt wenig Appetit. Ich mache mir große Sorgen, ob es genügend isst.

Antwort auf/zuklappenAntwort

Die Nahrungsmenge ist von Kind zu Kind und von Tag zu Tag verschieden. Lassen Sie sich von den Essgewohnheiten anderer Kinder nicht irritieren. Solange Ihr Baby gesund und aktiv ist, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Sollten Sie dennoch beunruhigt sein, dann suchen Sie Ihre Kinderarztpraxis auf.

Mein 9 Monate altes Kind weigert sich, Brei zu essen. Was kann ich tun?

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Sie brauchen jetzt vor allem viel Geduld. Der Übergang vom Stillen bzw. der Flaschenernährung zur Beikost ist oft mit Schwierigkeiten verbunden. Wichtig ist, Ihrem Kind Zeit zu lassen und keinen Druck auszuüben. Ist die Nahrungsumstellung über mehrere Wochen problematisch, sollten Sie unbedingt Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt hinzuziehen.

Lehrer und Fachleute

Kann sexueller Missbrauch der Grund für Essstörungen sein?

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Sexueller Missbrauch wird häufig mit Essstörungen in Zusammenhang gebracht. Doch automatisch von einer Essstörung auf sexuellen Missbrauch zu schließen, ist falsch. Dennoch: Mädchen und Frauen mit Essstörungen wurden in ihrer Kindheit und Jugend häufiger sexuell belästigt als der Durchschnitt der Bevölkerung. Vor allem Betroffene mit Bulimie waren häufiger psychisch und/oder körperlich Gewalt und Macht durch sexuelle Handlungen ausgeliefert. Auch im Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des Robert-Koch-Instituts berichten Kinder und Jugendliche, die ein gestörtes Essverhalten hatten, häufiger über sexuelle Belästigungen.
Sexueller Missbrauch erhöht das Risiko für viele psychische Krankheiten, nicht nur für Essstörungen. Das gilt auch für andere traumatische Erlebnisse, wie körperliche Misshandlung oder emotionale Vernachlässigung.

Wie häufig kommt Untergewicht vor?

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Bei etwa 5 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland liegt das Gewicht unter dem Normalgewicht. Knapp 2 % sind stark untergewichtig. Das ergab der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) des Robert-Koch-Instituts. Bei den Erwachsenen sinkt der Anteil der Untergewichtigen mit steigendem Alter auf unter ein Prozent, so die Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie 2008. Starkes Untergewicht ist eines der Kriterien für Magersucht, bei anderen Essstörungen ist das Gewicht kein aussagekräftiges Kriterium.

Welchen Einfluss hat das in den Medien gezeigte Schlankheitsideal?

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In den Medien, der Werbung oder der Modebranche wird Schlankheit immer wieder mit Attraktivität und Erfolg gleichgesetzt. Das geltende Schönheitsideal und das negative Image von Menschen mit Übergewicht in der Gesellschaft spielen bei Essstörungen eine große Rolle. Verbunden mit Diäten oder kontrolliertem Essverhalten kann das Schönheitsideal ein Auslöser für Essstörungen sein.

Nehmen Essstörungen zu?

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Ja. Es lassen sich Steigerungen der Krankheitshäufigkeit feststellen. Von 100 000 Mädchen im Alter von 15 bis 24 erkrankten früher 20 an Magersucht. Heute sind es 50. Ein Grund für den Anstieg scheinen gesellschaftliche Einflüsse wie z. B. das westliche Schönheitsideal zu sein.

Können Essstörungen zum Tode führen?

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Ja. Die Magersucht kann den Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt, die Herzfunktion oder der Blutdruck beeinträchtigen. Das kann unter Umständen lebensbedrohlich sein. Die dauerhafte Mangelernährung schädigt die Organe, besonders das Herz, schwer. Mehr als jede 10. Patientin stirbt an der Magersucht. Ein Teil der Betroffenen begeht Selbstmord.
Auch eine lang anhaltende Bulimie lebensbedrohlich werden. Die Sterberate liegt bei 0,5 bis 1 Prozent.
Für die Sterberate bei Binge-Eating-Störung gibt es keine fundierten Daten. Für alle Essstörungen gilt: Je früher eine professionelle Beratung und Behandlung beginnt, umso größer sind die Heilungschancen.

Begünstigen Abnehmdiäten eine Essstörung?

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Es gibt einen Zusammenhang. Wie groß er ist, ist wissenschaftlich unklar. Hierzu gibt es nur wenige Daten. Denn Essstörungen können viele Ursachen haben. Eine Diät zum Abnehmen kann aber der Einstieg in eine Essstörung sein. Wichtig ist, dass Umfeld und Familie die Betroffenen rechtzeitig über die Gefahren aufklären – und rechtzeitig eingreifen, wenn es problematisch wird.

Sind Essstörungen eine Sucht?

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Nein. Einige Verhaltensweisen von essgestörten Menschen können den Charakter einer Sucht annehmen. Meist wird der gesamte Alltag der Betroffenen bestimmt von Kontrollverlust, Wiederholungszwang und sozialer Isolation. Das ähnelt dem Krankheitsbild der „stoffgebunden Süchte“ wie Drogensucht oder Alkoholabhängigkeit.

Ist ein niedriger BMI immer Merkmal von Essstörungen?

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Nein. Untergewicht kann auch Ausdruck einer organischen Erkrankung sein.
Starkes Untergewicht ist nur eines der Kriterien für die Essstörung Magersucht. Für andere Essstörungen ist der BMI kein aussagekräftiges Kennzeichen. Wer von einer Essstörung betroffen ist, kann extrem mager, normalgewichtig, aber auch extrem übergewichtig sein. Menschen, die zum Beispiel an der Essstörung Binge Eating leiden, sind häufig leicht bis deutlich übergewichtig. Der Umkehrschluss gilt aber nicht: Nicht jeder Mensch mit Übergewicht hat zwangsläufig eine Essstörung.

Ein Verdacht auf Magersucht kann bestehen,

  • wenn Kinder und Jugendliche nicht dem Alter entsprechend zunehmen oder
  • wenn Jugendliche mehr als drei bis vier Kilo abnehmen, ohne dass es dafür eine andere medizinische Erklärung gibt.

Beratung

Wann besteht eine akute Gesundheitsgefahr?

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Eine akute Gesundheitsgefahr besteht unter anderem bei:
- gleichzeitiger Drogen-, Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit
- rapidem Abfall des Gewichtes
- akuten körperlichen Folgeerscheinungen (schwere Herz-Kreislauf-Störungen)
- schweren Depressionen und Psychosen
- Selbstmordgefahr.

Ist die Beratung per Internet kostenfrei?

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Die Beratung über das Internet ist zum Teil kostenpflichtig. Sie sollten sich vorher über die Kosten beim jeweiligen Anbieter genau informieren. Bei Onlineberatungen von gemeinnützigen Organisationen wie Beratungsstellen fallen lediglich die Gebühren für  die Strom- und Internnetnutzung an. Bei kommerziellen Anbietern werden zusätzlich Kosten für die Beratung berechnet.

Ist die Telefonberatung der BZgA kostenlos?

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Ja, es fallen aber die üblichen Telefonkosten an.

Nutzen auch Männer das Beratungstelefon der BZgA?

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Obwohl die Zahl im Vergleich zu den Frauen eher gering ist, steigt die Anzahl der Rat suchenden Männer in den letzten Jahren an.

Beantwortet die Telefonberatung der BZgA auch Fragen von Eltern und dem Freundeskreis?

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Ja, das Beratungstelefon ist auch für Angehörige, Freundinnen und Freunde da. Die Beraterinnen und Berater helfen dabei, die Situation einzuschätzen. Gemeinsam mit der Anruferin oder dem Anrufer überlegen sie, was als Nächstes zu tun ist. Außerdem vermitteln sie Adressen von Beratungsstellen, Kliniken und anderen Anlaufstellen.

Kann ich mit der gleichen Fachkraft am BZgA-Beratungstelefon noch einmal sprechen, wenn ich eine Nachfrage habe?

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Die Beraterinnen und Berater melden sich am Telefon mit ihrem Namen. Möchten Sie mit einer bestimmten Person noch einmal sprechen, können Sie gerne beim nächsten Telefonat nach ihr fragen.

Welche Qualifikationen haben die Telefonberaterinnen und -berater der BZgA?

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Das Team besteht aus Medizinerinnen und Medizinern, Diplom-Pädagoginnen und Diplom-Pädagogen, Diplom-Psychologinnen und Diplom-Psychologen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern sowie Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen. Während der Sprechstunden beantworten jeweils ein bis drei Fachkräfte die Fragen.
Sie werden regelmäßig fortgebildet – sowohl zur Beratungsarbeit am Telefon als auch zu den Inhalten. Darüber hinaus finden regelmäßig Teamsitzungen statt. Die Beraterinnen und Berater besprechen die Fälle und werten die Fachpresse aus.
All das sorgt für eine hohe Qualität der Beratung.

Bieten die Beratungsstellen auch außerhalb ihrer Einrichtungen zu diesem Thema etwas an?

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Einige Einrichtungen bieten Öffnet internen Link im aktuellen FensterFortbildungsmaßnahmen für Fachleute und/oder Öffnet internen Link im aktuellen FensterPräventionsprojekte für Schulen und andere Interessierte an. Das Angebot reicht von kleineren Vorträgen bis hin zu mehrtägigen Seminaren.

Bietet jede Beratungsstelle auch Beratungen für Kinder und Jugendliche an?

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Nein, es gibt auch Beratungsstellen, die nur Erwachsene beraten. Die Beratungsstellen geben Ihnen aber gerne Auskunft darüber, welche Einrichtung in Ihrer Nähe auch für Kinder und Jugendliche da ist.

Wo finde ich Adressen von Beratungsstellen für Säuglinge und Kleinkinder mit Fütter- bzw. Essstörungen?

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Erste Anlaufstelle hierfür ist die zuständige Kinder- und Jugendärztin bzw. der zuständige Kinder- und Jugendarzt (www.dgkj.de und Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.kinderaerzte-im-netz.de). Auch Ärztinnen und Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie bieten Hilfe an.
Die Fütterstörung ist keine klassische Essstörung. Sie gehört zu den frühkindlichen Regulationsstörungen. Die Ursachen sind organisch oder seelisch. Oft treten mehrere Störungen gleichzeitig auf. So haben Kinder mit Fütterstörungen oft auch Gedeih-, Schlaf- oder Schreiprobleme. An Kliniken, Arztpraxen, Erziehungsberatungsstellen oder Gesundheitsämter angegliederte „Schreiambulanzen“ bzw. Beratungsstellen für Kinder im Alter von 0 – 3 Jahren bieten hierbei entsprechende Angebote an.
Ein deutschlandweites Adressverzeichnis für Beratungsstellen, die bei Regulationsstörungen von Kindern helfen, finden Sie im Online-Angebot der BZgA (Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.kindergesundheit-info.de).

Wo finde ich als Mann eine ambulante, Online- oder Telefonberatung?

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Viele Beratungsstellen sind für Männer und Frauen gleichermaßen da. Es gibt aber Ausnahmen. Frauenberatungsstellen und Mädchenhäuser zum Beispiel sind speziell auf weibliche Betroffene ausgerichtet.
Fragen Sie direkt beim ersten Kontakt mit der Beratungsstelle nach Angeboten für Männer.
Darüber hinaus können Sie das Öffnet internen Link im aktuellen Fensteranonyme Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nutzen. Die Mitarbeiter beantworten ihre Fragen rund um das Thema Essstörungen.

Können sich auch adipöse Menschen beraten lassen?

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Die Beratungseinrichtungen auf dieser Internetseite überprüfen in der Regel, ob ein von Adipositas Betroffener oder eine Betroffene an Essstörungen leidet. Wenn Adipositas mit Essstörungen einhergeht, kann die Beratung in einer der aufgeführten Stellen erfolgen.
Adipositas ohne Essstörungen erfordert eine Adipositastherapie. Erwachsene finden dazu Informationen bei der Deutschen Adipositasgesellschaft (www.adipositas-gesellschaft.de). Informationen über Adipositas bei Kindern und Jugendlichen hält die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (www.a-g-a.de) bereit. Eine Liste der Therapieeinrichtungen bei Adipositas gibt es auf der Internetseite der BZgA: www.bzga-kinderuebergewicht.de.

Sind die Beratungen kostenlos?

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In einigen Fällen muss man für die Beratung bezahlen. Dies hängt ab von der Beratungsstelle und der konkreten Leistung.
Betroffene sollten sich vorab über die Kosten informieren. Außerdem können sie bei der Krankenkasse nach einer Kostenerstattung fragen.

Wie erfahre ich, welche Einrichtung in meiner Nähe eine ambulante, Online- oder Telefonberatung anbietet?

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Mithilfe der Öffnet internen Link im aktuellen FensterSuchfunktion dieses Online-Angebotes können Sie sich über Beratungseinrichtungen in Ihrer Nähe informieren. Wenn Sie die einzelnen Beratungsstellen aufrufen, erfahren Sie, welche Beratungsarten angeboten werden. Oder besuchen Sie die Internetseiten des jeweiligen Trägers. Jeder Träger ermöglicht Ihnen die Suche nach seinem Beratungsstellenangebot.
Weitere Informationsquellen für Adressen von Beratungsstellen sind:

  • Kliniken
  • Ärztinnen/Ärzte und Therapeutinnen/Therapeuten
  • Lehrerinnen/Lehrer
  • Kinder- und Jugend-, Mädchen-, Frauen- oder Suchttelefon
  • Telefonbücher oder Internetsuchmaschinen
  • Stadtzeitungen und Bücher zum Thema

Bleibt meine Anonymität bei der Beratung gewahrt?

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Ja, wenn Sie das möchten. Weder im persönlichen Beratungsgespräch noch am Telefon oder bei der Online-Beratung müssen Sie Ihren Namen nennen.
Minderjährige sollten ihre Eltern in die Beratung einbinden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden Sie darauf ansprechen. Aber auch bei Volljährigen ist es häufig sinnvoll, die Eltern einzubeziehen.
Lehrkräfte, Vertrauenslehrerinnen und Vertrauenslehrer sind dazu verpflichtet, die Eltern über alle wesentlichen Angelegenheiten der Kinder zu informieren. Falls Kinder und Jugendliche sich einer Lehrerin oder einem Lehrer anvertrauen, sollten sie besprechen, wie sie die Eltern einbeziehen wollen und können.

Behandlung

Ich habe den Eindruck, dass eine mir nahe stehende Person eine Essstörung hat. Welche Behandlung soll ich ihr empfehlen?

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Zunächst können Sie sich innerhalb dieses Online-Angebotes über die Ursachen und Symptome jeder einzelnen Essstörung wie auch über Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten informieren. Sie sollten Ihre Sorgen auf jeden Fall ernst nehmen. Doch ob tatsächlich eine Essstörung (Magersucht, Bulimie oder Binge-Eating-Störung) vorliegt, und welche Behandlung möglicherweise ratsam oder notwendig ist, kann nur von Fachleuten (Beratungsstellen, Ärzte, Ärztinnen) individuell festgestellt werden. Grundvoraussetzung dafür ist, dass die Person selber eine Behandlung will und bereit ist, sich Unterstützung zu holen. Empfehlenswert wäre es, wenn die Person als erstes ein Gespräch mit einer Beratungsstelle für Essstörungen oder einem Arzt bzw. einer Ärztin führen würde.
Darüber hinaus steht Ihnen und der betroffenen Person das anonyme Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für Fragen rund um Essstörungen, insbesondere in akuten Fällen zur Verfügung. Hier erhalten sie eine Erstberatung sowie Adressen, an die sie sich wenden können.

Beratungstelefon der BZgA:
0221–89 20 31
MO–FR 10.00–22.00 Uhr
FR–SO 10.00–18.00 Uhr (auch an Feiertagen)

Was kann ich tun, wenn meine Tochter/Freundin bzw. Sohn/Freund eine Essstörung hat, aber nicht bereit ist, eine Therapie zu machen?

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Lassen Sie sich in einer Beratungsstelle mit dem Schwerpunkt Essstörungen oder einer psychosomatischen Ambulanz beraten. Hier bekommen Sie Tipps. Sie erfahren, wie Sie sich verhalten sollten und wie sie die betroffene Person zu einer Therapie bewegen können. Denn Überredungskünste oder gar Zwang helfen nicht weiter.
Dort erfahren Sie auch, wann ein körperlicher Zustand lebensbedrohlich ist und ein sofortiges Handeln erforderlich wird.

 

Wie finde ich heraus, welche Behandlungsmethode Therapieeinrichtungen bzw. Psychologinnen oder Psychologen vertreten

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Erste Informationen über spezialisierte Kliniken erhalten Sie über

- Hausärztinnen oder Hausärzte,
- Kinder- und Jugendärztinnen oder Kinder- und Jugendärzte,
- Ärztinnen und Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
- Therapeutinnen und Therapeuten,
- Beratungsstellen für Essstörungen,
- Krankenkassen oder
- Internetseiten der Kliniken.
- Ausführliche Informationen bekommen Sie telefonisch oder bei einem Beratungsgespräch vor Ort.

Niedergelassene Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten informieren im Internet über ihre jeweilige Therapierichtung.
Darüber hinaus genehmigen die gesetzlichen Krankenkassen bis zu fünf Probesitzungen. Diese werden auf Krankenschein abgerechnet. Die Probesitzungen sollen klären, ob eine Psychotherapie überhaupt sinnvoll ist und ob die Patientin bzw. der Patient und die Therapeutin bzw. der Therapeut zueinander passen.
Bei niedergelassenen Therapeutinnen und Therapeuten müssen Sie mitunter mit langen Wartezeiten rechnen.
Beratungsstellen mit ambulanten Angeboten informieren per Telefon, im Beratungsgespräch oder bei Informationsveranstaltungen über ihr Therapieangebot. Auch hier sind Probesitzungen möglich

Kann eine Ärztin oder ein Arzt einen Patienten oder eine Patientin gegen seinen bzw. ihren Willen in eine Klinik einweisen, wenn sie oder er magersüchtig ist?

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Ärztinnen und Ärzte können einen Betroffenen einweisen, wenn z. B. akute Lebensgefahr besteht oder schwere gesundheitliche Schäden drohen.
Wenn Eltern ihr minderjähriges Kind gegen dessen Willen einweisen wollen, müssen sie einen Antrag beim Familiengericht stellen. Zusätzlich benötigen sie eine ärztliche Stellungnahme dazu, wie gefährlich der Zustand ist. Dies ist eine gesetzliche Vorraussetzung nach § 1631 B des Bürgerlichen Gesetzbuchs.
In vielen Fällen lohnt sich ein Vorgespräch mit dem Jugendlichen in der Klinik. Es kann vermeiden, dass der oder die Betroffene gegen den eigenen Willen ins Krankenhaus muss.

Wer berät mich bei der Auswahl einer Klinik?

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Geeignete Klinken empfehlen neben Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten auch die Krankenkassen und Beratungsstellen für Essstörungen.

Wann besteht eine akute Gesundheitsgefahr?

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Eine akute Gesundheitsgefahr besteht unter anderem bei:
- gleichzeitiger Drogen-, Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit
- rapidem Abfall des Gewichtes
- akuten körperlichen Folgeerscheinungen (schwere Herz-Kreislauf-Störungen)
- schweren Depressionen und Psychosen
- Selbstmordgefahr.

Kann ich mir selber eine Klink aussuchen?

Antwort auf/zuklappenAntwort

Grundsätzlich Ja. Krankenkassen und Rentenversicherungsträger arbeiten jedoch häufig mit bestimmten Kliniken zusammen und bevorzugen diese. Bei der Entscheidung spielt auch die Empfehlung der Ärztin oder des Arztes sowie der Therapeutin oder des Therapeuten eine Rolle.
Bei Privatkliniken steht Ihnen die Wahl frei, wenn Sie die Kosten selber übernehmen. Gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin sollten Sie im Antragsschreiben möglichst gut begründen, warum die Wunschklinik genau zu Ihnen passt. Die Klinken entscheiden selbst, ob die oder der Betroffene ausreichend motiviert ist und in die Klinik passt.

Kann auch außerhalb der eigenen Stadt, dem eigenen Bundesland eine stationäre Therapie gemacht werden?

Antwort auf/zuklappenAntwort

 

Grundsätzlich ist das möglich. Für einige Patientinnen und Patienten kann es besonders hilfreich sein, die Therapie außerhalb des täglichen Lebensumfelds zu machen.
Allgemein ist es sinnvoll, psychosomatische Einrichtungen aufzusuchen. Das sind Einrichtungen, in denen besonders auf den Zusammenhang zwischen seelisch-geistigen und körperlichen Beschwerden geachtet wird.

Sollte eine Essstörung auf jeden Fall behandelt werden?

Antwort auf/zuklappenAntwort

Ja. Da es sich bei einer Essstörung wie Magersucht oder Bulimie um eine auf Dauer gesundheits- und möglicherweise lebensbedrohliche psychische Erkrankung handelt, aus der die Betroffenen ohne professionelle Hilfe nicht herausfinden können, sind eine psychotherapeutische und weitere begleitende Behandlungen auf jeden Fall notwendig. Für Eltern und Angehörige ist es unmöglich, alleine, d. h. ohne professionelle Unterstützung, eine Heilung zu erzielen.

Wie werden Essstörungen behandelt?

Antwort auf/zuklappenAntwort

Bei der Behandlung arbeiten Fachleute aus den Bereichen Medizin, Ernährungstherapie sowie Psychotherapie zusammen. Dabei berücksichtigen sie die unterschiedlichen, oft sehr individuellen Ursachen für die Essstörung.
In der Regel legt ein therapeutisches Team gemeinsam Ziele und Behandlungsmöglichkeiten fest.
Die Behandlung umfasst fünf wesentliche Punkte:
- Gewichtszunahme und die Behandlung körperlicher Komplikationen,
- Ernährungsberatung und Therapie,
- Individuelle Psychotherapie,
- Elternberatung und/oder Familientherapie,
- Behandlung von Störungen, die zusätzlich im Verlauf der Essstörung aufgetreten sind.

Wie lange dauert die Behandlung einer Essstörung?

Antwort auf/zuklappenAntwort

Ein Klinikaufenthalt kann zwischen drei Wochen und sechs Monaten dauern.
Die Dauer einer ambulanten Therapie legen die Therapeutin bzw. der Therapeut und die Patientin bzw. der Patient gemeinsam fest. Die Krankenkassen genehmigen in der Regel 25 Sitzungen. Der oder die Betroffene kann jedoch auch eine Verlängerung oder eine von vornherein höhere Stundenzahl beantragen. Bei einer Psychoanalyse zum Beispiel sind womöglich mehr Stunden nötig.
Bei einer Behandlung von Kindern oder Jugendlichen durch eine Kinder- und Jugendpsychotherapeutin oder einen Kinder- und Jugendpsychotherapeuten gelten andere Rahmenbedingungen. Informieren Sie sich vorab bei dem Therapeuten bzw. der Therapeutin oder bei einer Beratungsstelle über die Möglichkeiten.

Ist eine Ernährungsberatung als Behandlungsmethode geeignet?

Antwort auf/zuklappenAntwort

Eine Ernährungsberatung alleine kann eine Essstörung nicht beseitigen. Sie wird aber als begleitende Methode neben der medizinischen und psychotherapeutischen Behandlung eingesetzt. Die Ernährungsfachkräfte sollten eine Zusatzausbildung haben.

Sollte eine Essstörung auf jeden Fall behandelt werden?

Antwort auf/zuklappenAntwort

Ja, auf jeden Fall. Eine Essstörung wie die Magersucht oder die Bulimie ist eine gesundheitsgefährdende psychische Erkrankung. Sie kann auf Dauer sogar lebensbedrohlich sein. Ohne professionelle Hilfe finden die Betroffenen keinen Ausweg aus der Krankheit. Deshalb sind eine psychotherapeutische Behandlung und weitere begleitende medizinische Maßnahmen auf jeden Fall notwendig.
Eltern und Angehörige können die Betroffenen unmöglich ohne professionelle Unterstützung heilen.

Welche stationäre Einrichtung kommt für die Behandlung von Essstörungen in Frage?

Antwort auf/zuklappenAntwort

Es ist sinnvoll, eine psychosomatische Klinik aufzusuchen. Dort wird gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten ein Verständnis für die Entwicklung der Essstörung in der individuellen Lebensgeschichte erarbeitet. Zudem wird die Bedeutung der Essstörung für das seelische Gleichgewicht wie auch die Gefühlsregulation der Betroffenen transparent gemacht. Denn das ist klar: Jede bzw. jeder Betroffene hat eigene Beweggründe, warum man in der Essstörung lange Zeit einen „Halt“ gefunden hat – auch, wenn dieser Halt viele gesundheitliche, seelische und soziale Folgeprobleme mit sich bringt.

Wie arbeiten psychosomatische Kliniken?

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Psychosomatische Kliniken haben unterschiedliche Therapiemethoden im Angebot, um mit den Patientinnen und Patienten einen Weg aus der Essstörung herauszufinden und sie für ein „Leben ohne Essstörung“ zu stärken. Die Behandlung ist einerseits „somatisch“, d. h. auf die Stabilisierung des körperlichen Zustands ausgerichtet. Dabei werden ernährungsmedizinische und internistische Therapie mit einbezogen. Andererseits ist die Behandlung auf die „Psychische Stabilisierung“ orientiert. Hier werden unterschiedliche Psychotherapiemethoden angewandt: verbale Verfahren (wie z. B. Tiefenpsychologie oder Verhaltenstherapie) und kreative Verfahren, körperorientierte Psychotherapie und Entspannungsmethoden.

Wo finde ich die nächste psychosomatische Einrichtung?

Antwort auf/zuklappenAntwort

In der Regel hat jede Universitätsklinik in Deutschland eine psychosomatische Klinik und Poliklinik. In deren Ambulanz erhalten Patientinnen und Patienten eine ausführliche Diagnostik und individuelle Beratung über stationäre Behandlungsangebote für die Behandlung von Essstörungen.
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt können Ihnen ebenfalls Auskunft über psychosomatische Kliniken geben.

Wie lange dauert ein Aufenthalt in der Wohngruppe?

Antwort auf/zuklappenAntwort

Einige Wohngruppen haben eine Mindestaufenthaltsdauer vorgesehen, andere orientieren sich an den Bedürfnissen des Einzelnen. Dabei muss die Finanzierung abgesichert sein. Auskünfte darüber sind bei den einzelnen Wohngruppen auf der Internetseite oder per Telefon erhältlich.

Inwieweit werden die Eltern oder andere Angehörige eingebunden?

Antwort auf/zuklappenAntwort

Nach Wunsch bieten viele Einrichtungen Paar-, Familien- oder Angehörigengespräche an. Das Ziel ist eine entspannte, tragfähige Beziehung zwischen den Betroffenen in der Wohngruppe und ihren wichtigsten Bezugspersonen.

Welche Aufgaben übernehmen die Wohngruppenteilnehmer selbst?

Antwort auf/zuklappenAntwort

In einigen Einrichtungen stellen die Gruppenmitglieder eigenständig einen gemeinsamen Wochenplan bezüglich der Dienste und gemeinsamen Aktivitäten (z. B. Ausflüge, Kochgruppen) auf.

Selbsthilfe

Was kostet die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe?

Antwort auf/zuklappenAntwort

In den meisten Fällen ist die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe kostenlos oder mit einem geringen Kostenbeitrag verbunden, der jedoch von Anbieter zu Anbieter variieren kann. Da die einzelnen Selbsthilfegruppen unterschiedliche Regelungen haben, ist es empfehlenswert, sich vorab danach zu erkundigen.

Wie finde ich eine passende Selbsthilfegruppe?

Antwort auf/zuklappenAntwort

Es gibt viele Selbsthilfegruppen. Sie arbeiten nach unterschiedlichen Ansätzen. Deshalb ist es sinnvoll, sich über die verschiedenen Arbeitsweisen zu informieren.
Die Beratungsstellen für Essstörungen unterstützen Sie, wenn Sie eine passende Selbsthilfegruppe suchen.
Informationen über Selbsthilfegruppen finden Sie auch im Internet. Darüber hinaus helfen die Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen (Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.nakos.de).

Kann ich zunächst eine Probesitzung in einer Selbsthilfegruppe machen?

Antwort auf/zuklappenAntwort

Offene Selbsthilfegruppen kann man jederzeit probeweise besuchen und dann entscheiden, ob man weiter teilnehmen möchte. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können die Gruppe jederzeit wieder verlassen.
Geschlossene oder angeleitete Gruppen kann man in der Regel probeweise besuchen. Voraussetzung dafür ist aber ein Vorgespräch vor Ort oder am Telefon. Dabei wird gemeinsam entschieden, ob eine Probesitzung im individuellen Fall sinnvoll ist. Manche dieser Gruppen bieten auch offene Informationsabende an.
In einer geschlossenen Gruppe verpflichten Sie sich, über einen bestimmten Zeitraum hinweg regelmäßig teilzunehmen.

Können neben Angehörigen auch Freundinnen/Freunde von Betroffenen in eine Selbsthilfegruppe gehen?

Antwort auf/zuklappenAntwort

Ja, die Selbsthilfeangebote gelten für Personen, die Betroffenen nahe stehen. Eine Selbsthilfegruppe soll Familie und den Freundeskreis entlasten. Sie können sich mit anderen austauschen und neue Wege finden, mit den Betroffenen umzugehen.
Bevor Sie an einer Selbsthilfegruppe teilnehmen, sollten Sie sich zunächst in einer Beratungsstelle beraten lassen, Sie erfahren so mehr über die Merkmale der jeweiligen Essstörung. Außerdem können Sie sich über Hilfsangebote und die Arbeitsweise einer Selbsthilfegruppe informieren.