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Die Folgen

Je jünger man ist, je weniger man wiegt, und je schneller das Gewicht sinkt, desto massiver sind die seelischen und organischen Folgen.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterKörperliche Folgeschäden
undefinedSeelische Folgen

Körperliche Folgeschäden

  • Herz-Kreislauf-Störungen: Puls, Blutdruck und Körpertemperatur sinken. Man friert leicht. Es kann zu gefährlichen Wassereinlagerungen kommen.
  • Aufgrund der schlechten Nährstoffversorgung wird die Haut trocken, die Haare werden brüchig.
  • Die Regelblutung bleibt durch hormonelle Veränderungen aus. Auch die Körperbehaarung kann sich verändern. Bei Einnahme der Pille zur Schwangerschaftsverhütung tritt die Menstruation weiterhin ein. In diesem Fall kann trotz auftretender Menstruation eine Magersucht vorliegen. Bei Jungen und Männern kommt es zu Potenzstörungen.
  • Osteoporose (Verringerung der Knochenmasse und der Knochendichte) bei langer Krankheitsdauer: Für Jugendliche ist diese Folgeerscheinung der Magersucht gravierend. Denn über die Hälfte der Knochenmasse, die der Körper im Laufe des gesamten Lebens produziert, werden kurz vor oder während der Pubertät gebildet.
  • Wachstumsstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Magersüchtige Kinder und Jugendliche sind häufig kleiner als der Durchschnitt der gleichaltrigen Kinder und Jugendlichen. Das Fatale daran: Auch bei einer erfolgreichen Therapie kann das Wachstum in vielen Fällen nicht nachgeholt werden.
  • Magen- und Darmbeschwerden, Verstopfungen und Blähungen sind nicht selten.
  • Eine schwere Magersucht betrifft letztlich alle Organe des Körpers. Die meisten organischen Beeinträchtigungen lassen sich jedoch durch eine Gewichtszunahme während der Therapie wieder rückgängig machen.

Folgen für die Seele

  • Zwangserkrankungen: z. B. Essrituale, krankhaftes Kalorienzählen, Grübeln über das Essen oder übertriebenes Waschen, Aufräumen und Ordnung halten oder zwanghaftes Sparen.
  • Angsterkrankungen: Dazu gehört die Angst, von anderen bewertet und beurteilt zu werden, Angst davor abgewertet zu werden. Das kann dazu führen, dass sich die/der Magersüchtige immer mehr zurückzieht. Auch Panikattacken, manchmal kombiniert mit Platzangst, können auftreten. Trennungsängste gehören ebenfalls dazu.
  • Depressive Verstimmungen: Die Stimmung ist gedrückt, Aktivitäten, die Spaß machen könnten, werden abgelehnt. Gefühle von Schuld und Hoffnungslosigkeit treten auf. Das Selbstwertgefühl ist niedrig. Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen können dazu kommen. Der Hungerzustand verstärkt durch biologische Veränderungen des Stoffwechsels die schwermütige Stimmung.