Essstörungen - zur Startseite
Sie sind hier:
Kontrasteinstellung: Farbversionstarker Kontrast, SW
Rat und Hilfe

Wie finde ich eine passende Selbsthilfegruppe?

Wie finde ich eine passende Selbsthilfegruppe?

Es gibt viele Selbsthilfegruppen. Sie arbeiten nach unterschiedlichen Ansätzen. Deshalb ist es sinnvoll, sich über die verschiedenen Arbeitsweisen zu informieren.
Die Beratungsstellen für Essstörungen unterstützen Sie, wenn Sie eine passende Selbsthilfegruppe suchen.
Mehr Informationen über Selbsthilfegruppen finden Sie Öffnet internen Link im aktuellen Fensterhier. Darüber hinaus helfen die Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen (www.nakos.de).

Was kostet die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe?

Was kostet die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe?

In den meisten Fällen ist die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe kostenlos oder mit einem geringen Kostenbeitrag verbunden, der jedoch von Anbieter zu Anbieter variieren kann. Da die einzelnen Selbsthilfegruppen unterschiedliche Regelungen haben, ist es empfehlenswert, sich vorab danach zu erkundigen.

Weitere Fragen hier

Beates Geschichte: Zwei Äpfel & ein Joghurt

Eine Frau

Die Magersucht von Beate (15 Jahre) nimmt so schnell niemand wahr. Sie ist eine hervorragende Schülerin, treibt viel Sport, steht nachmittags meist in der Küche und kocht für die ganze Familie. Dass sie selbst hungert, kann sie geschickt verbergen. Und schließlich waren alle stolz, als „ihr Pummelchen“ endlich etwas für die Figur tat und auf gesunde Kost umstieg.

Dass sie die Nahrungsmenge Schritt für Schritt immer mehr reduzierte, ihr „Traumgewicht“ immer niedriger wurde, sie zwanghaft Kalorien zählte und dabei ihren Körper noch ekelhaft fand, geschah „ganz nebenbei“. Sprach sie jemand auf ihr manchmal eigenartiges Verhalten an, wurde sie aggressiv und brach das Gespräch ab.

Ihre Mutter hofft, dass diese „Macke“ vorübergehend ist, zumal sie selbst ihr noch einige Tipps zum Abnehmen gegeben hatte. Beate übertreibt es einfach immer! Der Vater reagiert mit Spott und Ironie: „Du Hungerharke, an dir fehlt ja alles! Sieh dir mal deine Freundin an, die hat alles an der richtigen Stelle!“

Beate ist blass und wirkt fahrig. Ihre Hände sind gerötet. Sie friert ständig. Sie ist extrem schlank und ständig in Bewegung. Mit ihrer zwiebelartigen Kleidung versucht sie, ihre dünnen Arme und Beine zu kaschieren und setzt alles daran, ihre Magersucht zu verbergen.

Obwohl sie jämmerlich und schutzbedürftig aussieht, lehnt sie strikt jede Hilfe ab. Ihr Ehrgeiz, stets die Beste und perfekt zu sein, treibt sie trotz körperlicher Schwäche zu auffallend guten Leistungen. Doch das kostet sie zunehmend mehr Anstrengung. Woher soll sie auch die Energie schöpfen? Beate hat ihre Nahrungszufuhr auf ein absolutes Minimum gedrosselt: zwei grüne Äpfel und einen Magermilchjoghurt am Tag!

Als Beate es einmal verpasst, ihren nackten Körper vor den Augen der Mutter zu verstecken, nimmt die Familienkrise ihren Lauf: Entsetzen, Angst, Ratlosigkeit, Wut und verzweifelte Kämpfe um das Essen bestimmen nun das Familienklima. Das harmonische Familienleben ist vorbei.

Der Gang zum Arzt und zur Gynäkologin bringt die Gewissheit, dass Beate magersüchtig ist. Ihr Arzt gibt den Hinweis, sich an eine Beratungsstelle für Essstörungen zu wenden. Hier finden Beate und ihre Eltern Unterstützung und erhalten nähere Informationen über die Erkrankung und die entsprechenden Behandlungsangebote.

Beate wiegt inzwischen nur noch 32 kg bei einer Größe von 1,65 m. Nach einem Beratungsgespräch und dem dringenden Appell des Arztes entscheidet sie sich für einen Klinikaufenthalt. Dort wird sie sowohl medizinisch als auch psychotherapeutisch versorgt. Ihre Eltern finden Hilfe bei einer Angehörigengruppe und kümmern sich um eine Familientherapie, die im Anschluss an Beates Klinikaufenthalt helfen wird, das Familiengefüge neu zu gestalten. Damit haben Beate und ihre Familie eine gute Chance, die Magersucht zu überwinden.

Beratungstelefon der BZgA:
(02 21) 89 20 31
(Preis entsprechend der Preisliste Ihres Telefonanbieters für Gespräche in
das Kölner Ortsnetz)
MO–DO 10.00–22.00 Uhr
FR–SO 10.00–18.00 Uhr

Die Beratung ist für jede Person anonym nutzbar.