Es gibt viele Selbsthilfegruppen. Sie arbeiten nach unterschiedlichen Ansätzen. Deshalb ist es sinnvoll, sich über die verschiedenen Arbeitsweisen zu informieren.
Die Beratungsstellen für Essstörungen unterstützen Sie, wenn Sie eine passende Selbsthilfegruppe suchen.
Mehr Informationen über Selbsthilfegruppen finden Sie
hier. Darüber hinaus helfen die Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen (www.nakos.de).
In den meisten Fällen ist die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe kostenlos oder mit einem geringen Kostenbeitrag verbunden, der jedoch von Anbieter zu Anbieter variieren kann. Da die einzelnen Selbsthilfegruppen unterschiedliche Regelungen haben, ist es empfehlenswert, sich vorab danach zu erkundigen.


Andere Menschen sind völlig davon überzeugt, dass für Kathrin alles super läuft. Sie ist klug und attraktiv. Sie scheint kontaktfreudig und aufgeschlossen. Auch wenn sie ab und zu eine Verabredung kurzfristig absagt, verzeiht jeder ihr gern. Misstrauen ausgeschlossen.
Doch Katrin führt ein Doppelleben. Das offizielle Leben der perfekten Frau, die allen Rollen gerecht wird: nette, ehrgeizige und erfolgreiche Kollegin, attraktive Geliebte, aufmerksame Tochter. In ihrem heimlichen Leben fühlt sie sich gierig, hemmungslos und ist im ständigen Krieg mit sich selbst. Sie denkt den ganzen Tag ans Essen, hat panische Angst vor einer noch so geringen Gewichtszunahme und kauft heimlich im Supermarkt riesige Mengen von Nahrungsmitteln ein. Katrin ist bulimisch.
Ihre inzwischen angewachsenen Schulden und ihre Heißhungeranfälle quälen sie. Sie hat das Gefühl, jegliche Kontrolle über sich zu verlieren: beim Einkaufen, wenn sie den Stecker vom Telefon herauszieht, wenn sie die Verpackungen aufreißt und alles in sich hineinstopft. Wie von Sinnen. Erst wenn sie danach eine Handvoll Abführmittel nimmt, erbricht oder tagelang fastet, um alles rückgängig zu machen, fühlt sie sich besser. Jedes Mal schwört sie: Nie mehr! Bis die Gier wieder da ist und sie sich wieder in dieses fressende Etwas verwandelt.
Anfangs hatte sie gehofft, ihre „Gewichtsprobleme“ mit ein paar Abführmitteln oder Erbrechen „danach“ ohne viel Anstrengung zu lösen. Doch was scheinbar harmlos anfing, wurde zwanghaft und bedrohlich, und die Nahrungsmengen, die sie verschlang, wurden immer größer.
Manchmal glaubt Katrin an die selbstbewusste, erfolgreiche Frau in sich, doch sie kennt auch ihr anderes Ich. Dieses verbirgt sie, koste es was es wolle. Das raubt Kraft und macht sie sehr einsam. Katrin fühlt sich zerrissen von ihren ambivalenten Gefühlen. Nach und nach machen sich auch die ersten körperlichen Folgeschäden bemerkbar: Ihr wird schwindelig, ihre Haut macht ihr Probleme.
Kathrin hat große Hemmungen, sich einem Menschen anzuvertrauen. Zufällig sieht sie einen Fernsehbericht über eine bulimische Frau mit dem Hinweis auf eine Internetseite, die sie gleich danach anklickt. Dort erhält sie Kontaktadressen von Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und Therapieeinrichtungen in ihrer Nähe. Es gibt auf der Internetseite zudem eine Telefonnummer zu einer Hotline für Betroffene. Katrin nimmt allen Mut zusammen und ruft dort an. Hier kann sie das erste Mal offen über ihre Problematik sprechen und fühlt sich verstanden. Ihr wird empfohlen, zunächst einen Arzt aufzusuchen, damit sie sich erst einmal um ihren körperlichen Mangelzustand kümmern kann. Sie findet eine angeleitete Selbsthilfegruppe und erwägt, sich zu einem späteren Zeitpunkt einen Therapieplatz zu suchen. Die ersten Schritte sind getan.
Beratungstelefon der BZgA:
(02 21) 89 20 31
(Preis entsprechend der Preisliste Ihres Telefonanbieters für Gespräche in
das Kölner Ortsnetz)
MO–DO 10.00–22.00 Uhr
FR–SO 10.00–18.00 Uhr
Die Beratung ist für jede Person anonym nutzbar.