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Das Krankheitsbild

Der englische Begriff „binge eating“ steht für exzessives, übermäßiges Essen und beschreibt damit die Essattacke. Zuviele, oft sehr fettige und zuckerhaltige Lebensmittel werden dann herunter geschlungen. Gleichzeitig bewegen sich die Betroffenen wenig, so dass Übergewicht häufig ist.

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Essanfälle ohne Gegenmaßnahmen

Charakteristisches Kennzeichen sind Essanfälle. Dabei werden viel zu große Portionen auffallend schnell herunter geschlungen. Im Gegensatz zur Bulimie ergreifen Menschen, die an dieser Essstörung leiden, aber keine Gegenmaßnahmen: Die Betroffenen erbrechen danach nicht und nehmen auch keine Abführmittel oder andere Medikamente ein, um das Gewicht zu halten. Sie machen den Anfall weder durch extreme Diäten noch durch sehr viel Sport „ungeschehen“. Da während des Essanfalls sehr viele Kalorien aufgenommen werden, ist das Risiko groß, dass Menschen mit Binge-Eating-Störung übergewichtig werden.

Übergewicht kommt in der Tat häufig bei dieser Essstörung vor. Doch ein notwendiges Kennzeichen für die Krankheit ist sie nicht: Binge Eating kann auch bei Menschen mit Normalgewicht auftreten, und nicht jeder, der Übergewicht hat, leidet automatisch an dieser Essstörung.

Schwierig ist es, das Ausmaß der Essattacke zu beurteilen. Viele Betroffene berichten, dass ihr Essanfall nicht zeitlich begrenzt sei. Sie äßen einfach ständig. Andere essen vor allem nachts. Die Essanfälle finden dann vor dem Schlafengehen statt oder die Betroffenen stehen nachts auf, um zu essen.

Essen im Mittelpunkt

Menschen, die an einer Binge-Eating-Störung leiden, sind auf das Essen fixiert. Während des Essanfalls haben sie das Gefühl, keine Kontrolle mehr über das Essen zu haben. Sie essen, ohne hungrig zu sein und essen weiter, auch wenn sie eigentlich satt sein müssten. Sie schämen sich für die Anfälle, fühlen sich schuldig, verachten sich und lehnen ihren Körper ab. Sie leiden sehr unter den Essanfällen. Zwischen den Essanfällen essen sie mal sehr kontrolliert, dann wieder unkontrolliert.

Wenig Bewegung

Typisch für Menschen mit einer Binge-Eating-Störung ist, dass sie häufig wenig körperlich aktiv sind. In der Freizeit wird ferngesehen, Computer gespielt oder einem anderen bewegungsarmen Hobby nachgegangen. Ein Grund für die mangelnde Aktivität kann das Übergewicht der Betroffenen sein. Bewegung fällt schwerer, wenn mehr Kilos zu bewegen sind.