Essstörungen - zur Startseite
Sie sind hier:
Kontrasteinstellung: Farbversionstarker Kontrast, SW
Rat und Hilfe

Wie finde ich eine passende Selbsthilfegruppe?

Wie finde ich eine passende Selbsthilfegruppe?

Es gibt viele Selbsthilfegruppen. Sie arbeiten nach unterschiedlichen Ansätzen. Deshalb ist es sinnvoll, sich über die verschiedenen Arbeitsweisen zu informieren.
Die Beratungsstellen für Essstörungen unterstützen Sie, wenn Sie eine passende Selbsthilfegruppe suchen.
Mehr Informationen über Selbsthilfegruppen finden Sie Öffnet internen Link im aktuellen Fensterhier. Darüber hinaus helfen die Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen (www.nakos.de).

Was kostet die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe?

Was kostet die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe?

In den meisten Fällen ist die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe kostenlos oder mit einem geringen Kostenbeitrag verbunden, der jedoch von Anbieter zu Anbieter variieren kann. Da die einzelnen Selbsthilfegruppen unterschiedliche Regelungen haben, ist es empfehlenswert, sich vorab danach zu erkundigen.

Weitere Fragen hier

Margas Geschichte: Wenn der Kühlschrank lockt

Eine Frau isst

Marga war ein pummeliges Kind. Sie wurde mit Essen getröstet, belohnt und verwöhnt. Das ist ihr bis heute vertraut: Sie isst, ohne hungrig zu sein, aus Wut, Trauer oder Langeweile. Auch das Gefühl, satt zu sein, ist Marga fremd.

Marga ist dick und hilflos. Doch vor allem die Menschen, die ihr nahe stehen, übersehen das. Sie ist nach außen die hilfsbereite Kollegin, die geduldige Freundin, die aufopferungsvolle Mutter und sehr beliebt. Sie selbst hat das Gefühl, bis jetzt immer zu kurz gekommen zu sein – außer beim Essen. Das hat Folgen.

Besonders abends, wenn Marga allein ist, lockt der Kühlschrank. Obwohl sie Zeit hat, isst sie hastig, häufig direkt aus der Verpackung. Bloß wegschauen! Danach geht es ihr immer öfter schlecht, sie macht sich Vorwürfe. Das schlechte Gewissen klopft an, denn tief im Inneren ist Marga sich ihrer Verantwortung bewusst. Sie sucht erfolglos eine Antwort auf die Frage, weshalb sie sich immer wieder gehen lässt, obwohl sie die Folgen kennt. Häufig fühlt sie sich wie fremd gesteuert, das macht ihr Angst.

Nach zahlreichen Diätversuchen hat sie resigniert. Ab und zu hatte es mit dem Abnehmen funktioniert, dann, wenn sie sich „richtig im Griff“ hatte. Doch für wie lange? Monatelange Disziplin für zwei Wochen Traumgewicht? Die Versuche, ihre Figur mit Kleidung zu kaschieren, hat sie aufgegeben. Sieht sowieso alles zeltartig aus. Und wer sie liebt, sollte sie nehmen, wie sie ist. Doch da ist im Moment Fehlanzeige. Eine „gepanzerte“ Frau macht selbst den stärksten Männern Angst. Und dann noch dieses verfluchte Schönheits-Schlankheits-Ideal! Marga bewegt sich zwischen Trotz und Traurigkeit, Wut und Hilflosigkeit.

Marga spürt den Druck, etwas für sich tun zu müssen, immer stärker. Ihr Arzt bestätigt, dass sie zu dick ist und empfiehlt ihr eine Ernährungsberatung. Sie zögert: Das kennt sie alles. Sie findet in der Zeitung einen Hinweis auf eine Beratungsstelle für Essstörungen. Ob sie dort Hilfe bekommt? Andererseits: Was hat sie schon zu verlieren?

Im Beratungsgespräch wird ihr deutlich, dass eine Lösung einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Sie fühlt sich verstanden und beginnt, über sich nachzudenken. Die Idee, die Ersatzfunktion des Essens zu erkennen, einen neuen Bezug dazu zu entwickeln und Veränderungen Schritt für Schritt zu riskieren, könnte ein Weg aus den Essanfällen sein.

Als sie das erste Mal in die Selbsthilfegruppe geht, ist Marga voller Zweifel, so wie auch die anderen Frauen, die sie dort trifft. Erst nach einigen Wochen kann sie geduldiger mit sich sein und ihren bisherigen Leitspruch „Lieber das vertraute Elend als das fremde Glück“ immer öfter loslassen. Sie spielt mit dem Gedanken, sich zusätzlich therapeutische Hilfe zu suchen oder einen Klinikaufenthalt zu wagen.

In der Beratungseinrichtung erhält Marga zudem Informationen zur Behandlung einer Binge-Eating-Störung, und sie findet dort Hinweise, welche Sportangebote es für sie gibt. Bewegung, Psyche und Ernährung – um diese drei Bereiche wird Marga sich jetzt kümmern. Sie wird sich dafür Zeit nehmen, denn eine Umstellung ihres Lebensstils ist ein Prozess, der spannend, aber auch anstrengend ist.

Beratungstelefon der BZgA:
(02 21) 89 20 31
(Preis entsprechend der Preisliste Ihres Telefonanbieters für Gespräche in
das Kölner Ortsnetz)
MO–DO 10.00–22.00 Uhr
FR–SO 10.00–18.00 Uhr

Die Beratung ist für jede Person anonym nutzbar.