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Das Krankheitsbild

Entweder strikte Diät oder Essanfall. Entweder perfekt oder ohne Kontrolle. In diesen beiden Extremen zeigt sich die Bulimie. Weil die Angst zuzunehmen riesengroß ist, wird der Essanfall nachträglich ungeschehen gemacht. Eine alternative Diätmethode ist dies nicht, sondern eine schwere Krankheit.

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Doppelleben

Nach außen hin scheint alles normal. In der Öffentlichkeit ist das Essverhalten kontrolliert, vorwiegend fettarme und kalorienarme Lebensmittel werden gewählt. Die Essattacken erfolgen in aller Heimlichkeit. Dann kommen die Schuldgefühle, die Scham, der Ekel über sich selbst. Der Hass auf sich und den Körper ist groß.

Essanfälle – Kontrollverlust – Gegenmaßnahmen

In kurzer Zeit schlingen Menschen mit Bulimie große Mengen vor allem von kalorienreichen Lebensmitteln hinunter. Aber der Essanfall kann auch mehrere Stunden andauern. Mit dem Essen aufzuhören, scheint dabei unmöglich. Es ist wie ein Zwang, essen zu müssen. Doch die Menschen mit einer Bulimie haben eine krankhafte Furcht, dick zu werden. Deshalb machen sie den Heißhungeranfall „ungeschehen“.
Je nach Maßnahme unterscheidet man den so genannten „Purging-Typ“ vom „Nicht-Purging-Typ“. Das englische Wort „purging“ steht für Abführen, Säubern, Entfernen und bezieht sich damit auf die gegessenen Lebensmittel. Der „Purging-Typ“ führt selbst Erbrechen herbei oder nimmt Abführmittel, Entwässerungsmittel, Appetitzügler oder andere Medikamente, um das Gewicht zu kontrollieren. Der „Non-Purging-Typ“ hält sein Gewicht durch extremen Sport oder durch Hungern.

In der Anfangsphase der Bulimie werden Gegenmaßnahmen wie das Erbrechen als eine Art Mittel angesehen, um das ganz normale Essen „ungeschehen“ zu machen. Doch nach und nach werden auch Nahrungsmittel gegessen, die zwischen den Essanfällen zu den Verbotenen gehören. In dieser Phase kommt es zu regelmäßigen Essattacken. Sie treten dann mehrmals wöchentlich auf. Manchmal geht der Bulimie eine Magersucht voraus. Die Übergänge zwischen den beiden Essstörungen sind fließend.

Rückzug

Je länger die Krankheit fortschreitet, desto mehr vernachlässigen Frauen und Männer mit Bulimie ihre Freundinnen und Freunde, vermeiden den Kontakt zu anderen Menschen. Weil das Doppelleben immer mehr an den Kräften zehrt, igeln sie sich ein, ziehen sich immer mehr zurück und können depressiv werden.