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Häufig gestellte Fragen

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Was kann ich tun, um Essstörungen frühzeitig zu erkennen?

Beobachten Sie Ihr Kind, Ihren Schützling oder sich selbst. Achten Sie auf folgende Warnzeichen:
- das Gefühl, zu dick zu sein – trotz Gewichtsverlust bis hin zum Untergewicht,
- auffällige Rituale wie ein extrem langes Kauen oder eine übertriebene Zerkleinerung des Essens,
- Hunger wird trotz strenger Diät verleugnet,
- übertriebener Sport, sogar bei Verletzung oder Krankheit,
- zwanghaftes Verhalten – z. B. werden Nahrungsmittel in „gut“ und „schlecht“ eingeteilt,
- Erbrechen nach dem Essen oder ein regelmäßiger Rückzug ins Bad,
- Heißhungeranfälle, heimliches Essen, Stehlen von Essen.

Wie häufig kommt Binge Eating vor?

0,1 % Frauen und 0,1 % Männer; 2,3 % Mädchen und 0,8 % Jungen sind von Binge Eating betroffen. Von 100 Menschen mit Übergewicht, die abnehmen wollen und deshalb eine Arztpraxis aufsuchen, haben 15 bis 30 eine Binge-Eating-Störung.

Wo finde ich als Mann eine ambulante, Online- oder Telefonberatung?

Viele Beratungsstellen sind für Männer und Frauen gleichermaßen da. Fragen Sie direkt beim Erstkontakt nach entsprechenden Angeboten. Ausnahmen bilden speziell auf Frauen ausgerichtete Institutionen wie Frauenberatungsstellen oder Mädchenhäuser. Darüber hinaus steht Ihnen das anonyme Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für Fragen rund um Essstörungen, insbesondere in akuten Fällen zur Verfügung. Hier erhalten Sie eine Erstberatung sowie Adressen, an die Sie sich wenden können.
Beratungstelefon der BZgA:
0221-89 20 31
MO–DO 10.00–22.00 Uhr
FR–SO 10.00–18.00 Uhr
(Preis entsprechend der Preisliste Ihres Telefonanbieters für Gespräche in
das Kölner Ortsnetz)

Empfinden die Männer Spaß daran, so viel Sport zu treiben?

Am Anfang der Erkrankung empfinden die Jugendlichen und Männer tatsächlich häufig Freude daran, viele Stunden zu trainieren. Später dann ist Sport eher ein lästiges aber notwendiges Bekämpfungsmittel gegen die angeblich vorhandenen „Problemzonen“.

Welches können erste Hinweise auf eine Essstörung bei Männern sein?

Es gibt viele verschiedene Anzeichen für eine Essstörung. Vorsicht ist geboten, wenn die betroffene Person

- sich übertrieben stark mit dem Thema Nahrung beschäftigt,
- ständig ans Essen oder Nicht-Essen denkt,
- sich extrem einseitig ernährt,
- isst oder hungert, um Gefühle zu unterdrücken oder Konflikte zu vermeiden,
- stark an Gewicht verliert,
- ein gestörtes Körper- und Selbstwertgefühl hat,
- unter Hormonveränderungen leidet,
- übertrieben viel Sport treibt oder
- leistungssteigernde Substanzen wie Anabolika einnimmt (Hinweise dafür können körperliche Anzeichen wie z. B. Akne oder Veränderungen an den Brustwarzen sein).

Ist eine Essstörung nicht eine „typische Frauenkrankheit“?

Von Magersucht und Bulimie sind Frauen ca. dreimal häufiger betroffen als Männer, bei der Binge-Eating-Disorder ist der Anteil von (erwachsenen) Männern und Frauen gleich hoch. 

Wie viele Übergewichtige sind von einer Binge-Eating-Störung betroffen?

Menschen mit einer Binge-Eating-Störung ergreifen nach den Essanfällen keine Maßnahmen, um wieder abzunehmen. Deshalb sind sie sehr oft leicht oder stark übergewichtig. Das heißt aber nicht, dass alle Menschen mit Übergewicht an Binge Eating leiden. Von denen, die an Abnehmprogrammen teilnehmen, haben rund 15 bis 30 Prozent diese Störung.

In welchem Alter tritt die Binge-Eating-Störung auf?

Essstörungen können in jedem Alter auftreten. Die Binge-Eating-Störung tritt meist im frühen Erwachsenenalter oder um die Lebensmitte das erste Mal auf.
Auch Kinder können schon unter Essanfällen leiden. Das volle Krankheitsbild der Binge-Eating-Störung ist bei ihnen jedoch selten.

Kann Bulimie zum Tode führen?

Von den erkrankten 2 000 bis 4 000 Menschen in Deutschland, sterben ca. 0,5 bis 1 Prozent. Wenn die Bulimie lange andauert, können lebensbedrohliche Gesundheitsschäden entstehen. Je früher eine professionelle Beratung und Behandlung beginnt, desto größer sind die Chancen auf Heilung.

Woran erkennt man, ob jemand eine Bulimie hat?

Menschen mit Ess-Brech-Sucht (Bulimie) sind meist normalgewichtig und unauffällig. Nach außen hin scheint alles zu funktionieren. Innen sieht das anders aus.
Menschen, die an Bulimie leiden, erleben regelmäßig unkontrollierbare Essattacken. In kurzer Zeit schlingen sie große Mengen an fett- und zuckerreichen Lebensmitteln herunter. Anschließend versuchen sie, die Kalorienzufuhr rückgängig zu machen. Viele erbrechen sich nach den Essattacken. Andere nehmen Abführmittel, treiben übermäßig Sport oder halten strenge Diäten ein.
Für ihr Verhalten schämen sich die Betroffenen. Sie ekeln sich vor sich selbst und haben das Gefühl, nicht normal zu sein. Häufig ziehen sie sich zurück, damit nahe stehende Personen nichts mitbekommen. Auch die Anfälle passieren in der Regel heimlich.

In welchem Alter tritt die Bulimie auf?

In jedem Alter kann sie auftreten. Doch häufig tritt die Krankheit erst gegen Ende des Jugendalters und vor allem bei Mädchen auf. Meist beginnt sie zwischen 16 und 19 Jahren. Eine Erkrankung vor dem 14. Lebensjahr ist selten.

Wo finde ich eine ambulante, Online- oder Telefonberatung?

Mithilfe der Suchfunktion dieses Online-Angebotes können Sie sich über Beratungseinrichtungen in Ihrer Nähe informieren. Wenn Sie die einzelnen Beratungsstellen aufrufen, erfahren Sie, welche Beratungsarten angeboten werden. Oder besuchen Sie die Internetseiten des jeweiligen Trägers. Jeder Träger ermöglicht Ihnen die Suche nach seinem Beratungsstellenangebot.
Weitere Informationsquellen für Adressen von Beratungsstellen sind:

  • Kliniken für Kinder und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und Kinderkliniken,
  • Ärztinnen und Ärzte, Kinder- und Jugendärztinnen und Kinder- und Jugendärzte, Ärztinnen und Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und Therapeutinnen und Therapeuten,
  • Lehrerinnen und Lehrer,
  • Kinder- und Jugend-Telefon, Mädchen- und Frauen-Telefon und Suchttelefon,
  • Telefonbücher oder Internetsuchmaschinen,
  • Stadtzeitungen und Bücher zum Thema.

     

Kann Magersucht zum Tode führen?

Ja. Das niedrige Gewicht kann

  • den Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt stören,
  • die Herzfunktion beeinträchtigen und
  • den Blutdruck gefährlich senken.

Diese Faktoren können lebensbedrohlich sein.

Die dauerhafte Mangelernährung kann auch den Knochenstoffwechsel stören. Damit ist das Risiko verbunden, bereits als junger Erwachsener an Knochenschwund (Osteoporose) zu erkranken.
In besonders schlimmen Fällen kann die Magersucht das Herz und andere Organe schädigen. Schwerwiegende Organschäden können tödlich enden.
Etwa jede zehnte Patientin bzw. Patient stirbt in den ersten zehn Jahren der Krankheit. Ein Teil der Betroffenen begeht Selbstmord.
Je früher eine professionelle Beratung und Behandlung beginnt, desto größer sind die Heilungschancen. In spezialisierten Zentren können die Betroffenen besser versorgt werden. Die Sterberate scheint dadurch zurückzugehen.

Kommen bei Magersucht auch Essattacken vor?

Ja. 60 Prozent der Menschen mit Magersucht bekommen im Laufe der Zeit Essattacken und unterbrechen ihre Dauerdiät. Zum Beispiel weil der Hunger unerträglich wird oder weil sie dem Drängen der Eltern nachgeben.
Allerdings versuchen die Betroffenen ihre Essanfälle wieder „ungeschehen“ zu machen. Sie erbrechen, treiben übermäßig Sport oder nehmen Abführmittel und andere Medikamente ein.
In etwa 20 bis 30 Prozent der Fälle entwickelt sich im Verlauf der Magersucht eine bulimische Essstörung.

In welchem Alter tritt Magersucht auf?

Magersucht kann in jedem Alter auftreten. Besonders gefährdet sind Jugendliche während der Pubertät. Am häufigsten ist Magersucht bei 14-Jährigen. Manche Kinder und Jugendliche bekommen diese Essstörung aber auch schon früher.
Betroffen sind vor allem Mädchen. Jungen und Männer erkranken seltener. Allerdings wird die Essstörung bei Jungen und Männern oft erst spät erkannt. Denn Magersucht gilt immer noch als typisch weibliche Krankheit.

Woran erkennt man, ob jemand magersüchtig ist?

Ein Hinweis ist ein deutliches Untergewicht. Um dies zu erreichen, essen Menschen mit Magersucht nur winzige Mengen. Zusätzlich nehmen sie manchmal auch Appetitzügler, Abführ- oder Entwässerungsmittel ein.
Die Betroffenen fühlen sich zu dick, obwohl sie dies objektiv nicht sind. Obwohl sie immer dünner werden, steigt ihre Angst, zuzunehmen. Sie verleugnen ihre Bedürfnisse und unterwerfen sich einer strengen Selbstkontrolle. Das vermittelt ihnen die Illusion von Stärke und Selbstständigkeit. Mehr und mehr ziehen sich Menschen mit Magersucht von anderen zurück.
Da Magersucht eine schwere Erkrankung ist, braucht man die Hilfe von Ärztinnen oder Ärzten und erfahrenen Therapeutinnen oder Therapeuten. Hier findet Sie eine Beratungsstelle.

Was ist eine Magersucht / Anorexie?

Anorexie ist die medizinische Bezeichnung der Magersucht. Der Fachbegriff leitet sich von dem griechischen „anorektein“ ab. Übersetzt heißt das soviel wie „ohne Appetit sein“. Allerdings ist Appetitlosigkeit kein klassisches Symptom der Magersucht. Die Betroffenen versuchen vielmehr, den Appetit zu unterdrücken.

Was ist eine Ess-Brech-Sucht / Bulimie?

Seit 1979 ist die Bulimie als eine eigenständige Essstörung beschrieben. Der Begriff leitet sich von den griechischen Wörtern für Ochse (bous) und Hunger (limos) ab: Ochsenhunger. Er bezieht sich damit auf das zentrale Merkmal der Bulimie: die Essattacken.
Eingebürgert hat sich, Bulimie mit Ess-Brech-Sucht zu „übersetzen“. Das ist nicht ganz exakt: Erbrechen gehört nicht zwingend dazu. Manche Betroffene fasten, treiben übermäßig Sport oder missbrauchen Abführmittel, um ihr Gewicht zu regulieren.

Was ist eine Binge-Eating-Störung?

„Binge“ bedeutet „schlingen“. Auch beim Binge Eating leiden die Erkrankten an regelmäßigen Heißhungerattacken. Anders als bei der Bulimie ergreifen die Betroffenen aber nach Essanfällen keine Gegenmaßnahmen. Sie erbrechen oder hungern nicht und treiben auch keinen extremen Sport, um ihr Gewicht zu vermindern.
Die Binge-Eating-Störung ist meist mit Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas) verbunden. Das bedeutet aber nicht, dass Menschen mit Übergewicht oder Fettleibigkeit automatisch an Binge Eating leiden. Und auch Menschen mit Normalgewicht können an der Binge-Eating-Störung erkranken.
Von den psychisch bedingten Essstörungen ist das Binge Eating bisher am wenigsten erforscht.

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