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Rat und Hilfe

Kann eine Ärztin oder ein Arzt einen Patienten oder eine Patientin gegen ihren bzw. seinen Willen in eine Klinik einweisen, wenn sie oder er magersüchtig ist?

Kann eine Ärztin oder ein Arzt einen Patienten oder eine Patientin gegen ihren bzw. seinen Willen in eine Klinik einweisen, wenn sie oder er magersüchtig ist?

Ärztinnen und Ärzte können einen Betroffenen einweisen, wenn z. B. akute Lebensgefahr besteht oder schwere gesundheitliche Schäden drohen.
Wenn Eltern ihr minderjähriges Kind gegen dessen Willen einweisen wollen, müssen sie einen Antrag beim Familiengericht stellen. Zusätzlich benötigen sie eine ärztliche Stellungnahme dazu, wie gefährlich der Zustand ist. Dies ist eine gesetzliche Vorraussetzung nach § 1631 B des Bürgerlichen Gesetzbuchs
In vielen Fällen lohnt sich ein Vorgespräch mit dem Jugendlichen in der Klinik. Es kann vermeiden, dass der oder die Betroffene gegen den eigenen Willen ins Krankenhaus muss.

Wann besteht eine akute Gesundheitsgefahr?

Wann besteht eine akute Gesundheitsgefahr?

Eine akute Gesundheitsgefahr besteht unter anderem bei:

  • gleichzeitiger Drogen-, Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit
  • rapidem Abfall des Gewichtes in einen lebensbedrohlichen Bereich
  • akuten körperlichen Folgeerscheinungen (schwere Herz-Kreislauf-Störungen)
  • schweren Depressionen und Psychosen
  • Selbstmordgefahr.
Weitere Fragen hier

Die stationäre Behandlung

Ein stationärer Klinikaufenthalt ist nötig, wenn akute Gesundheitsgefahr besteht und/oder die Betroffenen Abstand vom gewohnten Umfeld benötigen, um Verhaltenmuster zu ändern. Bei fehlender Bereitschaft, sich an Vereinbarungen innerhalb der ambulanten Therapie zu halten, ist ein Klinikaufenthalt ebenfalls sinnvoll.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterDie Vorteile einer stationären Aufnahme
Öffnet internen Link im aktuellen FensterDie Angebote der Kliniken
Öffnet internen Link im aktuellen FensterDie Aufnahmebedingungen

Die Vorteile einer stationären Aufnahme

Eine Veränderung des Lebensumfeldes ermöglicht es den Betroffenen, sich auf sich selbst und ihre Erkrankung zu konzentrieren. Die unterschiedlichen Therapieangebote der Kliniken können dazu genutzt werden, um neue Verhaltensweisen zu erlernen und für den Alltag zu festigen. Darüber hinaus können bei Bedarf Rehabilitationsprogramme zur beruflichen Wiedereingliederungen genutzt werden.

Die Angebote der Kliniken

Empfehlenswert sind Klinken, die eine Spezialabteilung für Essstörungen besitzen. Einige Kliniken nehmen Kinder und Jugendliche mit Essstörungen auf. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass spezielle Angebote für diese Altersgruppe angeboten werden. Andere bieten Behandlungsplätze für Frauen an, die ihre Kinder mitnehmen können. Beides ist nicht selbstverständlich und sollte im Voraus abgeklärt werden. Einige Kliniken ermöglichen eine teilstationäre Behandlung: Der Patient/die Patientin kommt nur tagsüber in die Klinik und lebt ansonsten in seinem/ihrem normalen Umfeld.

Welches Behandlungsprogramm die Klink anbietet, erfährt man durch die Internetseiten der Klinken, durch Informationsmaterial, das die Klinken auf Anfrage hin verschicken, oder durch ein Vorgespräch, das vor dem stationären Aufenthalt stattfindet. Dieses findet in der Klink selbst statt oder kann auf besondere Anfrage hin telefonisch erfolgen. Einige Kliniken bieten Informationsveranstaltungen an, auf denen die Therapieform der Klinik vorgestellt wird und sich die Betroffenen entscheiden können, ob sie in dieser Klinik behandelt werden möchten. Betroffene müssen sich allerdings bei einigen Kliniken auf lange Wartezeiten für eine Behandlung einstellen, die drei bis sechs Monate umfassen können.

In der Regel werden Einzel- und Gruppentherapiesitzungen in den unterschiedlichen Therapiebereichen angeboten.

Die Aufnahmebedingungen

Zur endgültigen Aufnahme in eine Klinik ist die Vorlage einer Kostenzusage durch die Krankenkasse oder den Rentenversicherungsträger nötig. Viele Klinken setzen einen Mindest-Body-Mass-Index voraus, unter dem sie die Aufnahme verweigern. Auch schwere körperliche Erkrankungen bzw. Behinderung können ein Ausschlusskriterium sein. Die Patienten/Patientinnen müssen selbst ausreichend motiviert sein, zu starke Fremdmotivation zum Beispiel durch Angehörige kann zu einer Verweigerung der Aufnahme führen. Welche Aufnahmekriterien die einzelnen psychosomatischen Kliniken haben, erfahren Sie auf den Internetseiten der Kliniken oder bei den Kliniken selbst.
In Akutkliniken (wie Psychiatrie, internistischen Abteilungen an Allgemeinkrankenhäusern, Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie) erfolgt die Aufnahme über eine Einweisung eines niedergelassenen Kassenarztes bzw. einer -ärztin oder als Notfall.