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Die Formen der Selbsthilfe

Die meisten Selbsthilfegruppen werden entweder von Beratungsstellen angeboten oder auf privater Ebene gegründet und organisiert. Dem Selbsthilfeprinzip entsprechend kann jede/jeder auch selbst eine Selbsthilfegruppe gründen. Selbsthilfegruppen werden zum einen bezüglich der Organisationsform unterschieden und zum anderen nach Zielgruppen und Störungsbildern.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterDie Organisationsform
Öffnet internen Link im aktuellen FensterOnline-Selbsthilfegruppen
Öffnet internen Link im aktuellen FensterSelbsthilfe für Betroffene oder für Eltern und Angehörige
Öffnet internen Link im aktuellen FensterDie Angebote zu den verschiedenen Essstörungen

Die Organisationsform

Real oder online
Bei den klassischen Selbsthilfegruppen treffen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem Gruppenraum. Die Treffen finden real statt. In der Regel legen die Mitglieder der Selbsthilfegruppen einen festen Termin wöchentlich oder monatlich fest, an dem die Treffen stattfinden.
Bei Online-Selbsthilfegruppen handelt es sich um ein niederschwelliges Angebot. Unabhängig von Zeit und Ort schließen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Internet zusammen.

Mit und ohne Anleitung
Grundsätzlich werden die Gruppen danach unterschieden, ob sie von einer Moderatorin/einem Moderator angeleitet werden oder nicht.

Nicht-angeleitete Gruppen
Nicht-angeleitete Gruppen sind die ursprüngliche Form der Selbsthilfe. Hier findet ein Erfahrungsaustausch ausschließlich unter den Betroffenen statt. Der Vorteil der nicht-angeleiteten Gruppen liegt in der Autonomie der Gruppe und der beim Einzelnen verbleibenden Verantwortung für das Gruppengeschehen. Zudem entstehen keine oder nur geringe Kosten. Mitunter lösen sich Gruppen ohne Anleitung schneller wieder auf als angeleitete Gruppen.

Angeleitete Gruppen
Die Gruppen werden von in der Regel professionellen Kräften (z. B. Therapeutinnen/Therapeuten, Sozialpädagoginnen/Sozialpädagogen) zeitweise oder regelmäßig moderiert und angeleitet. Diese Gruppen sind meistens kostenpflichtig, und eine verbindliche Teilnahme über einen bestimmten Zeitraum ist erwünscht.
In angeleiteten Gruppen liegt der Vorteil darin, dass die Gruppe durch die Moderation einen roten Faden erhält und Sicherheit und Kontinuität vermittelt werden. Der Nachteil kann darin bestehen, dass die Gruppenmitglieder eher dazu neigen, Verantwortung abzugeben.

Eintritts- und Austrittszeitpunkt:
Offene Gruppen

Der Eintritt und Austritt ist jederzeit möglich.

Geschlossene Gruppen
Der Eintritt ist nur zu bestimmten Zeiten möglich.

Online-Selbsthilfegruppen

Online-Selbsthilfegruppen zum Thema Essstörungen gibt es seit einigen Jahren. Es handelt sich um ein niederschwelliges Angebot. Die Hemmschwelle, professionelle Unterstützung und Austausch mit anderen Betroffenen zu suchen, ist bei Online-Angeboten geringer. Die virtuellen Angebote bieten einen geschützten, intimen Rahmen, der nur für angemeldete und registrierte Teilnehmer und Teilnehmerinnen zugänglich ist.
Unabhängig von Zeit und Ort schließen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in geschlossenen Diskussionsforen zusammen. Für die Mitglieder der virtuellen Selbsthilfegruppe funktioniert das Lesen und Schreiben von Beiträgen wie in allen öffentlichen Foren. Alle anderen Nutzer/Nutzerinnen und Besucher/Besucherinnen können diese Beiträge nicht lesen und natürlich auch nicht antworten.
Virtuelle Selbsthilfegruppen werden von einem Moderator oder einer Moderatorin angeleitet. Der Leiter oder die Leiterin überwacht den Austausch und gibt Impulse oder Denkanstöße. Eine individuelle medizinische und/oder psychologische Beratung kann in diesem Rahmen nicht durchgeführt werden.

Anbieter von Online-Selbsthilfegruppen sind zum Beispiel:

Selbsthilfe für Betroffene oder für Eltern und Angehörige

Die meisten Selbsthilfegruppen richten sich an die Betroffenen selbst.
Es werden – wenn auch nicht so häufig wie Selbsthilfegruppen für Betroffene – auch Selbsthilfegruppen für Eltern, Angehörige und Freundinnen und Freunde von Betroffenen angeboten. Denn auch für sie kann eine Unterstützung durch eine Gruppe sehr hilfreich sein. Auch hier findet man angeleitete oder nicht-angeleitete, offene oder geschlossene Gruppen.

Eine Selbsthilfegruppe für Eltern, Angehörige, Freundinnen und Freunde dient der Entlastung, der Information und der Erarbeitung eines veränderten Umgangs mit den Betroffenen. Vor einer Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe sollten sich Eltern oder Angehörige zunächst in einer Beratungsstelle beraten lassen und sich dort über die Symptomatik der jeweiligen Essstörung, über mögliche Hilfsangebote und die Arbeitsweise einer Selbsthilfegruppe informieren.

Die Angebote zu den verschiedenen Essstörungen

Im Bereich Essstörungen werden unter anderem Selbsthilfegruppen für Betroffenen und Eltern bzw. Angehörigen zu folgenden Formen gestörten Essverhaltens angeboten:

  • Bulimie (Ess-Brech-Sucht),
  • Anorexia nervosa (Magersucht),
  • Binge Eating Disorder,
  • Offene Angebote für alle Arten von gestörtem Essverhalten.

Des Weiteren finden sich Gruppen für bestimmte Altersgruppen, zumeist für Mädchen oder Frauen, und Selbsthilfegruppen für Betroffene mit Therapie-Erfahrung. Letztere richten sich speziell an Betroffene, die eine ambulante oder stationäre Therapie gemacht haben und weiter an ihren Problemen arbeiten möchten. In den anderen Selbsthilfegruppen treffen sich sowohl Personen mit als auch ohne Therapie-Erfahrung.