Essstörungen - zur Startseite
Sie sind hier:
Kontrasteinstellung: Farbversionstarker Kontrast, SW

Selbsthilfe oder Therapie?

Selbsthilfe kann als Therapie vorbereitende, begleitende oder nachbereitende Maßnahme ein wichtiger Bestandteil des Behandlungskonzeptes sein. Selbsthilfe und Therapie sind keine Konkurrenz, sondern können sich hervorragend ergänzen. Eine Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe zusätzlich zu einer Einzeltherapie ist unbedingt empfehlenswert. Weniger empfehlenswert ist die Teilnahme an zwei Gruppen, das heißt einer Therapiegruppe und einer Selbsthilfegruppe.

Bei Betroffenen, die sich noch nicht für eine Therapie entschieden haben, kann die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe die Motivation stärken, sich in eine Behandlung zu begeben. Eine Selbsthilfegruppe kann auf einen stationären Aufenthalt vorbereiten oder wichtige Hilfestellungen bei der Nachsorge nach einem stationären Aufenthalt geben.

Wenn man auf einen Therapieplatz längere Zeit warten muss, bietet die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe ein hilfreiches Angebot zur Überbrückung der Wartezeit. Essstörungen gehen häufig mit Beziehungsstörungen einher. Die regelmäßige, langfristige Arbeit in einer Gruppe fördert nicht nur die Beziehungsfähigkeit, sondern unterstützt auch eine langsame Verhaltensänderung, die eine gesündere und befriedigendere Lebensweise ermöglicht.

Positive Aspekte einer Teilnahme in einer Selbsthilfegruppe können sein

  • Seelische Entlastung,
  • Entwicklung und Erprobung von alternativen Handlungsweisen,
  • Überwindung von Scham und Heimlichkeit,
  • Hilfestellung für den Alltag,
  • Aktivierung und Motivation zur Veränderung,
  • Aufbau von Beziehungen,
  • Stärkung der Eigenverantwortlichkeit,
  • Austausch mit anderen Betroffenen und gegenseitige Unterstützung.

Grenzen der Selbsthilfe

  • bei lebensbedrohlichem körperlichem Zustand,
  • bei extremem Gewicht, das eine medizinische Behandlung erfordert,
  • bei starker Depressivität und akuter Selbsttötungsabsicht,
  • bei psychotischen Zuständen,
  • bei ausgeprägtem Missbrauch von Alkohol, Medikamenten oder illegalen Drogen.