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Bild mit einer Gruppe von jungen Menschen - Wie häufig sind Essstörungen?

Wie häufig
sind Essstörungen?

  • Von 1.000 betrachteten Personen leiden etwa 30 bis 50 an einer Essstörung.
  • Etwa ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland im Alter von elf bis 17 Jahren zeigt Symptome von Essstörungen.
  • Über alle Essstörungen hinweg sind Mädchen bzw. Frauen deutlich häufiger betroffen als Jungen bzw. Männer.

In welchem Alter treten Essstörungen auf?

  • An Essstörungen erkranken meist junge Menschen.
  • Die Magersucht hat ihren Beginn vor allem im frühen Jugendalter bzw. während der Pubertät, aber auch im jungen Erwachsenenalter.
  • Bulimie und vor allem Binge-Eating-Störung beginnen meist etwas später als die Magersucht, also vorwiegend im späteren Jugendalter und jungen Erwachsenenalter.

Wie häufig ist die Magersucht?

  • Betrachtet man einen bestimmten Zeitpunkt oder den Zeitraum eines Jahres, leiden von 1.000 Frauen im Alter von 12 bis 35 Jahren etwa drei bis sechs an einer Magersucht (Punktprävalenz bzw. 12-Monats-Prävalenz). Wird der Zeitraum des gesamten bisherigen Lebens betrachtet, sind etwa zehn bis 20 von 1.000 Frauen betroffen (Lebenszeitprävalenz).
  • Jungen und Männer leiden wesentlich seltener als Mädchen und Frauen an einer Magersucht. Betrachtet man einen bestimmten Zeitpunkt oder den Zeitraum eines Jahres, leidet von 1.000 Männern im Alter von 13 bis 24 Jahren einer an einer Magersucht (Punktprävalenz bzw. 12-Monats-Prävalenz). Wird der Zeitraum des gesamten bisherigen Lebens betrachtet, sind etwa ein bis zwei von 1.000 Männern betroffen (Lebenszeitprävalenz).
  • Über den Zeitraum eines Jahres rechnet man mit neun bis 15 Neuerkrankungen bei 100.000 betrachteten Frauen  und etwa einer Neuerkrankung bei 100.000 betrachteten Männern (Inzidenz). Die meisten Neuerkrankungen finden sich in der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen. Aber auch Kinder bzw. Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren sind betroffen.

Wie häufig ist die Bulimie?

  • Betrachtet man einen bestimmten Zeitpunkt oder den Zeitraum eines Jahres, leiden von 1.000 Frauen im Alter von 12 bis 35 Jahren etwa fünf bis 12 an einer Bulimie (Punktprävalenz bzw. 12-Monats-Prävalenz). Wird der Zeitraum des gesamten bisherigen Lebens betrachtet, sind etwa 13 bis 17 von 1.000 Frauen betroffen (Lebenszeitprävalenz).
  • Jungen und Männer leiden seltener als Mädchen und Frauen an einer Bulimie. Betrachtet man einen bestimmten Zeitpunkt oder den Zeitraum eines Jahres, leiden von 1.000 Männern im Alter von 13 bis 24 Jahren ein bis drei an einer Bulimie (Punktprävalenz bzw. 12-Monats-Prävalenz). Wird der Zeitraum des gesamten bisherigen Lebens betrachtet, sind etwa ein bis fünf von 1.000 Männern betroffen (Lebenszeitprävalenz).
  • Über den Zeitraum eines Jahres rechnet man mit 12 bis 20 Neuerkrankungen bei 100.000 betrachteten Frauen und ein bis zwei Neuerkrankungen bei 100.000 betrachteten Männern (Inzidenz). Die meisten Neuerkrankungen finden sich in der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen. Aber auch im Alter von 20 bis 29 Jahren bleibt die Gefahr hoch, an einer Bulimie zu erkranken.

Wie häufig ist die Binge-Eating-Störung?

  • Da die Binge-Eating-Störung erst vor wenigen Jahren als solche definiert wurde, gibt es noch vergleichsweise wenige Studien zu ihrer Häufigkeit, und die Angaben gehen weit auseinander.
  • Betrachtet man den Zeitraum eines Jahres, leiden von 1.000 Frauen etwa 14 bis 16 an einer Binge-Eating-Störung (12-Monats-Prävalenz). Wird der Zeitraum des gesamten bisherigen Lebens betrachtet, sind etwa 20 bis 30 von 1.000 Frauen betroffen (Lebenszeitprävalenz).
  • Die Binge-Eating-Störung kommt bei Jungen und Männern häufiger vor als Magersucht und Bulimie. Dennoch ist sie bei ihnen seltener als bei Mädchen und Frauen. Betrachtet man den Zeitraum eines Jahres, leiden von 1.000 Männern vier bis acht an einer Binge-Eating-Störung (12-Monats-Prävalenz). Wird der Zeitraum des gesamten bisherigen Lebens betrachtet, sind etwa acht bis 20 von 1.000 Männern betroffen (Lebenszeitprävalenz).
  • Zur Zahl der Neuerkrankungen (Inzidenz) gibt es für die Binge-Eating-Störung bisher keine Daten.

Wie häufig sind Mischformen?

  • Mischformen treten bei Essstörungen am häufigsten auf. Mehr als die Hälfte der Patientinnen und Patienten, die wegen einer Essstörung in Behandlung sind, erfüllen nicht die Kriterien einer „reinen“ Magersucht, Bulimie oder Binge-Eating-Störung.
  • Allerdings sind Mischformen am schlechtesten definiert. Deswegen gehen die Zahlen zur Häufigkeit dieser Erkrankungen weit auseinander. Betrachtet man einen bestimmten Zeitpunkt, leiden von 1.000 Mädchen bzw. Frauen im Alter von 12 bis 23 Jahren zwischen 25 bis 130 an einer Mischform bzw. einer nicht näher bezeichneten Essstörung (Punktprävalenz). Von den gleichaltrigen Jungen bzw. Männern sind etwa 30 betroffen.

Wie häufig sind Symptome gestörten Essverhaltens?

Einzelne Symptome gestörten Essverhaltens sind relativ weit verbreitet. So gelten mehr als 20 von 100 Kindern und Jugendlichen im Alter von elf bis 17 Jahren als auffällig bezüglich ihres Essverhaltens. Sie zeigen also Symptome einer Essstörung, wie etwa Unzufriedenheit mit Figur und Gewicht oder Heißhungeranfälle. Mädchen sind fast doppelt so häufig betroffen wie Jungen.

Fast die Hälfte der Mädchen und ein Fünftel der Jungen im Alter von 15 Jahren empfindet sich als zu dick, obwohl sie normalgewichtig sind. Mehr als die Hälfte der Mädchen hat in diesem Alter bereits Diäterfahrungen gesammelt, jedes vierte Mädchen sogar mehrfach.

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