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Ursachen und Auslöser

Oft entsteht Bulimie aus dem Wunsch, das Gewicht zu regulieren. Doch andere Faktoren kommen immer begünstigend hinzu. Dabei sind die Ursachen und Auslöser äußerst vielfältig.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterAlles unter Kontrolle
Öffnet internen Link im aktuellen FensterEigene Bedürfnisse werden verdrängt
Öffnet internen Link im aktuellen FensterWidersprüchliche Rollenerwartung
Öffnet internen Link im aktuellen FensterKonfliktvermeidung

Alles unter Kontrolle

Menschen mit Bulimie bauen eine Fassade auf, hinter die niemand blicken darf, denn ihr Selbstwertgefühl ist nur schwach ausgeprägt. Selbstzweifel plagt die Betroffenen – nicht nur im Hinblick auf ihre Figur und ihr Aussehen. Sie könnten in allem besser sein: als Schülerin oder Schüler, in der Ausbildung, als Tochter oder als Sohn, als Freundin, als Freund, als Partnerin oder Partner.

Eigene Bedürfnisse werden verdrängt

Menschen, die an Bulimie leiden, fällt es schwer, ihre Bedürfnisse zu erkennen und zu äußern. Auch die Körpersignale Hunger oder Sättigung werden kaum oder verzerrt wahrgenommen. Sie berichten häufig über das Gefühl, stark abhängig zu sein. Große Verlust- und Trennungsängste führen dazu, dass die Betroffenen andere Gefühle und eigene Bedürfnisse unterdrücken und so handeln, wie es sie glauben, dass es von ihnen erwartet wird. Sie orientieren sich stark an der Meinung anderer. Das führt zu inneren Spannungen zwischen „Wie ich sein will“ und „Wie ich bin“. Sie können sich in plötzlichen Gefühlsausbrüchen und Heißhungeranfällen „entladen“.

Widersprüchliche Rollenerwartung

An Frauen und Männer werden heute viele, teilweise widersprüchliche Ansprüche gestellt. Einerseits sollen sie sich aus ihrer traditionellen Rolle lösen und nicht mehr „nur“ Hausfrau und Mutter oder „nur“ Karrieremann sein. Durchsetzungsfähigkeit, Aktivität, ein klarer Verstand und Selbstinteresse sind gefragt. Doch andererseits sollen auch „weiche“ Tugenden gepflegt werden, wie warmherzig, verständnisvoll, treusorgend und nicht zuletzt schön und gepflegt sein. Der Konflikt um die „richtige“ Ausprägung von Weiblichkeit und Männlichkeit, gepaart mit einem niedrigen Selbstwertgefühl kann auf das Essen und den Körper verschoben werden.

Konfliktvermeidung

Kontrolle und Konfliktvermeidung kennzeichnen häufig das familiäre Klima, in dem bulimische Menschen leb(t)en. Bedürfnisse, Gefühle, Meinungen werden nicht offen geäußert, obwohl sie indirekt zu spüren sind. Oft ist die Bindung zu Vater oder Mutter unsicher. Konflikte werden oft lange Zeit gar nicht und dann wieder mit unerwartet heftigen Gefühlausbrüchen ausgetragen (Türenschlagen, anschreien, Selbst- und Fremdverletzungen). Gewichtskontrolle und Diäten vermitteln ein Gefühl der Sicherheit. Essattacken können ein Ventil für lange verbotenen Genuss sein, aber auch eine Möglichkeit, um Verletzung und Frust zu betäuben oder Spannung zu entladen.